"Amoris laetitia": Familienbund begrüßt Bischofstreffen in Rom
Der Familienbund der Katholiken in Deutschland hat das Treffen der Bischofskonferenzvorsitzenden im Oktober in Rom begrüßt. Die Bischöfe werden dort über das vor zehn Jahren veröffentlichte nachsynodale Schreiben "Amoris laetitia" und die Verkündigung des Evangeliums in Familien beraten. "Familien sind lebendige Orte der Kirche, die das Evangelium täglich bezeugen und in all ihrer Vielfalt und ihren unterschiedlichen Lebensformen die Barmherzigkeit Gottes spürbar machen", betonte der Familienbund am Mittwoch auf Anfrage von katholisch.de. "Familien sind auch in der Evangelisierung aktive Partner."
Besonders die Einbindung von Familien bei dem synodalen Bischofstreffen sei ein "starkes Signal": "Familien werden nicht länger vor allem als Objekt kirchlicher Lehre betrachtet, sondern als Subjekte des kirchlichen Lebens, deren Erfahrungen, Hoffnungen und Herausforderungen für die Kirche unverzichtbar sind", so der Familienbund. Papst Leo XIV. zeige mit dem angekündigten Treffen, dass er den Weg von Papst Franziskus weitergehen wolle.
Lehramt nehme Situationen von Familien ernst
Im Geiste von "Amoris laetitia" gehe es darum, den "vielfältigen Lebenswirklichkeiten von Familien zuzuhören, statt ein abstraktes Idealbild" zu entwerfen. "Das Lehramt nimmt die konkreten Erfahrungen von Familien ernst und bezieht sie in das Nachdenken über Ehe und Familie ein." Dies sei ein wichtiger Perspektivwechsel und wegweisender Ansatz für die künftige Ehe- und Beziehungspastoral. Zugleich liege darin ein wichtiges Zeichen, dass individuelle Begleitung keinen Verzicht auf die Lehre darstelle, sondern eine Unterstützung sei, die die Menschen in der Kirche halte, so der Familienbund der Katholiken. "Der Weg der Kirche muss sich an den realen Lebenssituationen jeder einzelnen Familie orientieren. Nur so wird die grundlegende Wertschätzung für Familien glaubwürdig erfahrbar."
Vom 7. bis zum 14. Oktober treffen sich die Bischofskonferenzvorsitzenden und die Ostkirchen-Bischöfe in Rom, um über die Verkündigung des Evangeliums in den Familien zu sprechen. Anfang der Woche hatte der Vatikan die fünf Themenbereiche bekanntgegeben. Die Bischöfe tauschen sich mit dem Papst demnach über die Realität und Herausforderungen von Familien, über junge Menschen und deren Berufung zur Ehe sowie dem Eheleben und der seelsorglichen Begleitung bei schwierigen familiären Situationen wie Trennung und Scheidung aus. Neben Bischöfen werden auch Familien und Experten an dem Treffen teilnehmen. Die Versammlung ist keine Bischofssynode, soll vom Synodensekretariat aber "in einem synodalen Stil" vorbereitet werden. (cbr)
