Ermittlungen wegen "Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit"

Aus Bibel vorgelesen: Touristen in Hagia Sophia festgenommen

Veröffentlicht am 17.07.2026 um 11:15 Uhr – Lesedauer: 

Istanbul ‐ Fast 1.000 Jahre lang war die Hagia Sophia die größte Kirche der Christenheit, seit 2020 ist sie erneut eine Moschee. Weil zwei Touristen dort laut aus der Bibel vorgelesen haben sollen, wurden sie jetzt verhaftet.

  • Teilen:

Zwei Touristen sind in der türkischen Hauptstadt Istanbul festgenommen worden, weil sie im Besucherbereich der Hagia Sophia aus der Bibel vorgelesen haben sollen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag berichtete, seien die beiden Touristen von der Polizei festgenommen und der türkischen Migrationsbehörde übergeben worden. Nach Angaben der russischen Staatsagentur "Tass" handelt es sich um russische Staatsbürger. Die Umstände der Untersuchung würden vom Konsulat untersucht.

Gegen die beiden Touristen wird laut der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu nun wegen "Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit" ermittelt. Der Vorfall soll sich bereits am Dienstag ereignet haben.

Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert von Kaiser Justitian als Kirche gebaut und war fast 1.000 Jahre lang die größte Kirche des Christentums. 1453 machten osmanische Eroberer daraus eine Moschee. Der Gründer der türkischen Republik, Mustafa Kemal "Atatürk", erklärte das Bauwerk 1934 zum Museum. 2020 ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Hagia Sophia erneut in eine Moschee umwandeln. Der Schritt löste international scharfe Proteste aus, insbesondere von der orthodoxen Kirche. (cbr)