Auch nur Menschen mit Grenzen

Bischofspräfekt Iannone: Wir sollten für Bischöfe beten

Veröffentlicht am 17.07.2026 um 12:35 Uhr – Lesedauer: 

Zagreb ‐ Seit einigen Monaten leitet Erzbischof Filippo Iannone das Bischofsdikasterium – und ist damit Nachfolger von Kardinal Robert Prevost, dem heutigen Papst Leo XIV. In einem Interview gab er Einblicke in seine Arbeit.

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Der Präfekt des Bischofsdikasteriums, Erzbischof Filippo Iannone, hat an die menschliche Seite von Bischöfen erinnert. "Manchmal wird zu wenig darüber nachgedacht, dass auch der Bischof ein Mensch ist, der seine Grenzen hat, wie jeder von uns", sagte Iannone in einem Interview der kroatischen katholischen Wochenzeitung "Glas Koncila" (Dienstag). "Auch ein Bischof kann Momente der Entmutigung oder Beziehungsprobleme erleben." Wenn in der Liturgie dazu aufgefordert werde, für Bischöfe und Priester zu beten, solle man dies daher mit großer Überzeugung tun. "Wenn jemand einen Fehler begeht oder Positionen vertritt, die fragwürdig sind, ist es legitim, dass er kritisiert wird; doch wir dürfen nicht bei der Kritik stehen bleiben, sondern müssen bereit sein, zu helfen und vor allem für die Bischöfe zu beten."

Iannone bestätigte, dass einige Priester sich nicht darauf vorbereitet fühlten, das Bischofsamt zu übernehmen und deshalb die Ernennung durch den Papst ablehnten. Dies sei aber nicht allein auf die Missbrauchsskandale in der Kirche zurückzuführen. "Das Leben ist viel komplexer geworden: das Leben in den Diözesen, das Leben und der Dienst der Priester, für die ein Bischof verantwortlich ist, der Mangel an Berufungen", erklärte der Erzbischof. "Vielleicht war die Ausübung dieses Amtes auch in der Vergangenheit nicht einfach, aber wir leben heute und beurteilen die heutige Situation. Wir haben keine genauen Daten, um Vergleiche anstellen zu können. Aber dass es Priester gibt, die die Ernennung nicht annehmen, ist eine Tatsache."

Vertrauen auf die Hilfe des Herrn

Iannone ist Nachfolger von Kardinal Robert Francis Prevost, der das Dikasterium bis zu seiner Wahl zum Papst Leo XIV. geleitet hatte. Das Kirchenoberhaupt hatte Iannone im vergangenen September zum neuen Präfekten ernannt. Dies war für den italienischen Erzbischof eine "unerwartete, bewegende Ernennung". "Ich glaube, wir alle fühlen uns den Aufgaben, die uns übertragen wurden, nicht immer gewachsen. Deshalb vertrauen wir auf die Hilfe des Herrn und machen weiter." Kardinal Robert Francis Prevost habe dem Dikasterium als Präfekt eine bestimmte Ausrichtung gegeben, die er weiterführen wolle.

Iannone betonte, dass es jedem Gläubigen möglich sei, sich an den Papst oder an ein Dikasterium zu wenden. "Ich erhalte viele Briefe von einfachen Gläubigen aus aller Welt, die auf Probleme im Leben einer Diözese hinweisen", schilderte der Präfekt. Sein Dikasterium prüfe dann, ob die Beschwerden begründet seien oder auf Missverständnissen beruhten. "Sind sie begründet, versuchen wir uns dafür einzusetzen und das Problem anzugehen, um wieder Ruhe in das Leben der Gemeinde zu bringen."

Der Bischofspräfekt sprach auch über die Arbeit von drei Frauen – zwei Ordensschwestern und eine Laiin –, die Mitglieder seines Dikasteriums sind. "Es ist ein sehr geschätzter und wichtiger Beitrag, denn Frauen haben auch eine andere Art, an Situationen heranzugehen, sie zu bewerten … sie haben eine andere Sensibilität, und das erweist sich als große Hilfe für die Art von Arbeit, die zu leisten ist, nämlich die Auswahl von Kandidaten für das Bischofsamt." Gleichzeitig sei das Hinzuziehen von Frauen bei der Bewertung von Bischofskandidaten keine absolute Neuheit. "Auch die Nuntien ziehen bei ihren Untersuchungen zur Auswahl von Kandidaten für das Bischofsamt nicht nur Bischöfe zu Rate – und müssen dies auch nicht –, sondern beziehen auch andere Mitglieder des Volkes Gottes mit ein, natürlich stets unter Wahrung des päpstlichen Geheimnisses, dessen Zweck der Schutz des guten Rufs der Personen ist." (cbr)