Schneewunder am Papstgrab in Rom

Warum es in der Basilika Santa Maria Maggiore im August schneit

Weiße Blütenblätter rieseln von der vergoldeten Kassettendecke der Basilika Santa Maria Maggiore
Bild: Paolo Galosi/Romano Siciliani/KNA

Wer das Fest "Unsere Liebe Frau vom Schnee" an seinem Ursprungsort feiert, kann ein echtes Wunder erleben: In der heiligen Messe "schneit" es an diesem Tag in der päpstlichen Basilika – Blüten.

weiße Rosenblätter regnen in der Kirche Santa Maria Maggiore
Bild: © Marco Calvarese/Romano Siciliani /KNA

Es regnet weiße Blütenblätter zur Erinnerung an das Schneewunder.

Noch im Jahr vor seinem Tod feierte Papst Franziskus hier die Messe zum Weihetag der Basilika, am Fest "Unserer Lieben Frau vom Schnee". Der Feiertag geht zurück auf die Gründungslegende der Kirche im Herzen von Rom.

Gemälde mit Darstellung Papst Liberius im Schnee auf einem Hügel in Rom
Bild: © KNA

Papst Liberius findet im Jahre 352 nach einer Augustnacht Schnee auf einem Hügel in Rom – möglicherweise dem Esquilin.

Die Gottesmutter soll Papst Liberius (352-366) und einem Ehepaar im Traum erschienen sein. Sie sagte ihnen, sie sollten dort eine Kirche bauen, wo am folgenden Tag der Boden mit Schnee bedeckt sei. Das Besondere: Es war August! Am nächsten Tag soll es aber tatsächlich geschneit haben – da wo heute Santa Maria Maggiore steht. Oder doch nicht?

schneebedeckter Petersdom
Bild: © Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA

Schneite es im 4. Jahrhundert im römischen August?

Papst Liberius gab die Basilica Liberii in Auftrag. Ob sie am genauen Ort der heutigen Papstbasilika steht, ist unklar. Möglicherweise wurde sie bei der Plünderung Roms (410) zerstört. Die heutige Basilika Santa Maria Maggiore wurde erst 434 n. Chr. eingeweiht – natürlich am 5. August.

Habit einer Ordensfrau im Vordergrund, Santa Maria Maggiore mit Blütenregen im Hintergrund
Bild: © Marco Calvarese/Romano Siciliani /KNA

Eine Ordensfrau bewundert den Blütenregen.

Santa Maria Maggiore ist eine der vier Papstbasiliken Roms. Papst Franziskus wählte sie als letzte Ruhestätte aus. Die meisten Päpste entscheiden sich dazu, im Petersdom beigesetzt zu werden. Papst Franziskus hatte jedoch eine besondere Beziehung zur bedeutendsten Marienkirche Roms.

Kardinal Stanislaw Rylko vor dem Altar von Santa Maria Maggiore, Blütenregen im Hintergrund
Bild: © Marco Calvarese/Romano Siciliani /KNA

Kardinal Stanislaw Rylko feiert 2018 die heilige Messe anlässlich des Festes "Unsere Liebe Frau vom Schnee" in Santa Maria Maggiore. Er war bis 2025 Erzpriester der päpstlichen Basilika.

Er besuchte sie einen Tag nach seiner Wahl zum Pontifex. 2020 machte er sich zu Fuß in die Kirche auf, um vor der Marienikone "Salus populi Romani" ("Heil des römischen Volkes") um ein Ende der Corona-Pandemie zu beten. Jetzt befindet sich sein Grabstein neben der Seitenkapelle, in der die Ikone steht.

weißer Grabstein mit Aufschrift
Bild: © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Weiße Rosen lagen auch auf dem Grabstein von Papst Franziskus.

Zur Erinnerung an das Schneewunder fallen jährlich in der Messe am 5. August unzählige Rosenblätter von der Decke von Santa Maria Maggiore. Papst Franziskus sagte dazu, der Schnee sei ein Symbol für Gnade: "Sie ist etwas, das man nicht verdienen, geschweige denn kaufen kann, man kann sie nur als Geschenk erhalten, und als solches ist sie auch völlig unvorhersehbar, eben wie ein Schneefall in Rom mitten im Sommer".

Weiße Blütenblätter rieseln zu Boden beim Gottesdienst mit Papst Franziskus in Santa Maria Maggiore
Bild: © Paolo Galosi/Romano Siciliani/KNA

Papst Franziskus am Weihetag der Basilika Santa Maria Maggiore am 5. August 2024 in Rom.

Auch in diesem Jahr wird der Erzpriester der Basilika, der litauische Kardinal Rolandas Mackrickas, den Gottesdienst leiten. Er erzählt im Interview über Papst Leo XIV.: "Ich glaube, er war von einem besonderen Detail der Basilika berührt: Nahe dem Grab von Papst Franziskus befindet sich ein Altar, der dem heiligen Franziskus geweiht ist, und in der Nähe ein weiterer, der dem heiligen Leo gewidmet ist."

Carina Adams