Standpunkt

Bischof Barrons Nähe zur MAGA-Bewegung wirft Fragen auf

Bischof Robert Barron spricht bei einer Konferenz
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kirsty Wigglesworth

Wieder steht der amerikanische Medienbischof Robert Barron im Fokus. Diesmal geht es nicht um eine Predigt, sondern um juristische Androhungen gegen den Vatikanexperten und Blogger Christopher Hale. Dieser hatte behauptet, die Aufrufzahlen von Barrons YouTube-Kanal seien seit dessen vermeintlicher "MAGA-Konversion" deutlich zurückgegangen. Barrons Anwälte verlangen nun eine Korrektur. 

Bemerkenswert ist, worum gestritten wird. Nicht die Formulierung von der angeblichen "MAGA-Konversion" steht im Mittelpunkt, sondern die Behauptung sinkender Reichweiten. Nach Angaben von Barrons Medienorganisation "Word on Fire" seien die Zuschauerzahlen sogar deutlich gestiegen. Genau das soll Hale richtigstellen. 

Doch die eigentliche Frage lautet nicht, ob Barrons Reichweite wächst oder schrumpft. Und auch nicht, ob er konservative Positionen vertritt. Problematisch wird es dort, wo der Eindruck entsteht, dass sich ein Bischof politisch zu eng an eine Bewegung bindet. Dass die Zuschreibung einer Nähe zur MAGA-Bewegung offenbar weniger Anlass zum Widerspruch gibt als falsche Klickzahlen, wirft Fragen auf. 

Barron darf natürlich gegen "falsche Behauptungen" vorgehen. Daran ist nichts Anstößiges. Doch die Auseinandersetzung lenkt den Blick auf eine grundlegendere Frage: Warum grenzt sich Barron nicht deutlicher von einer politischen Bewegung ab, die wie kaum eine andere für Polarisierung steht? Und die in den vergangenen Monaten immer wieder Papst Leo XIV. kritisierte?

Barron zählt zu den erfolgreichen katholischen Kommunikatoren. Viele schätzen seine Fähigkeit, den Glauben in den sozialen Medien zu vermitteln. Gerade deshalb wiegt es schwer, wenn seine öffentliche Präsenz – nicht nur seit Neustem – mit Donald Trump und dessen Umfeld verknüpft wird.

Das kürzlich veröffentlichte, gut einstündige Interview mit Vizepräsident JD Vance verstärkt diesen Eindruck. Wer sich zu eng mit einer politischen Strömung verbindet, riskiert, dass seine Botschaft nicht mehr als Stimme der Kirche, sondern als Echo einer entsprechenden Politik wahrgenommen wird. Bei Barron ist das (leider) schon lange der Fall; Tendenz: steigend.

Mario Trifunovic

Der Autor

Mario Trifunovic ist Redakteur bei katholisch.de.

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