Im bosnisch-herzegowinischen Wallfahrtsort Medjugorje wurde eine Marienstatue geschändet und der Außenaltar der Kirche in Brand gesetzt. Lokale Medien berichteten am Dienstag über den Vorfall. Die Polizei ermittelt demnach und klärt derzeit die genauen Umstände.
Auf dem Erscheinungsberg Podbrdo, wo sechs Seher nach eigenen Angaben seit 1981 Marienerscheinungen erleben, wurden Gesicht und Hände der Marienstatue mit schwarzer Farbe beschmiert. Auf dem Sockel hinterließ der unbekannte Täter die Aufschriften "Devil in a skirt" ("Teufel im Rock"), "Only Jesus" und eine Botschaft, wonach die Seher gelogen hätten. Medien berichteten ebenfalls über ein Banner mit der Aufschrift: "Medjugorje ist ein Schwindel". Wenig später wurde auch der Außenaltar der St.-Jakobus-Kirche in Brand gesetzt.
Ermittlungen aufgenommen
Nach Angaben des Innenministeriums der Gespanschaft Herzegowina-Neretva ging die erste Meldung über die Beschädigung der Marienstatue gegen 4.30 Uhr ein. Um 5.00 Uhr wurde der Brand am Außenaltar gemeldet. Das Feuer konnte jedoch rasch gelöscht werden, größere Schäden wurden demnach verhindert. Die Pfarrei Medjugorje zeigte sich tief betroffen über die Tat und sprach von einem Akt des Vandalismus gegen einen Ort des Gebets. Die beschädigten Bereiche seien umgehend gereinigt und instandgesetzt worden, damit Pilger den Wallfahrtsort weiterhin besuchen können. Zugleich wurden die Gläubigen zum Gebet aufgerufen. Nach Angaben der Pfarrei bleibt der Ort für Pilger weiterhin geöffnet. Das reguläre Gebetsprogramm werde ohne Einschränkungen fortgesetzt.
Medjugorje ist inzwischen eines der größten katholischen Wallfahrtszentren weltweit. Nach Angaben der Pfarrei haben seit 1981 mehr als 50 Millionen Pilger den Ort besucht. Der Vatikan hat im Jahr 2024 die Marienverehrung zwar offiziell anerkannt. Doch damit geht nicht die Anerkennung eines übernatürlichen Ursprungs der Marienerscheinungen einher. (mtr)