Das Erzbistum Utrecht hat Gerüchte dementiert, wonach Kardinal Willem Eijk den Papst um seinen vorzeitigen Rücktritt gebeten haben soll. "Diese Berichte sind falsch. Er hat seinen Rücktritt nicht angeboten", erklärte die Erzdiözese auf Anfrage des "Katholiek Nieuwsblad" am Mittwoch. Ein Sprecher betonte demnach, dass es keinen Anlass für solche Vermutungen gebe.
Am Montag hatte der Vatikan mitgeteilt, dass Papst Leo XIV. Eijk in Privataudienz empfangen hatte. Wie üblich wurden keine näheren Angaben zu den Inhalten des Gesprächs gemacht. Da der 73-jährige Kardinal seit längerer Zeit an gesundheitlichen Problemen leidet, gab es anschließend Gerüchte, der Kardinal habe um eine Entpflichtung vom Amt des Erzbischofs von Utrecht gebeten.
Besuche keine Seltenheit
Das Erzbistum bestätigte die Privataudienz Eijks und betonte gleichzeitig, dass solche Besuche keine Seltenheit seien. "Kardinal Eijk hatte bereits mehrfach Privataudienzen beim jetzigen und beim vorherigen Papst", so ein Sprecher. Zum Gesundheitszustand des Erzbischofs teilte er mit: "Es ist bekannt, dass Kardinal Eijk im vergangenen Winter mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte." Die Genesung habe länger als ursprünglich erhofft gedauert, verlaufe nun aber nun gut. Eijk werde voraussichtlich am 1. September seine Amtsgeschäfte wieder vollständig aufnehmen können.
Eijk gilt als einer der prominentesten konservativen europäischen Kardinäle. In der Vergangenheit erklärte er etwa, die Kirche müsse auf Verkündigung und Liturgie setzen, um zukunftsfähig zu sein, statt das Heil in Reformen zu sehen. Auch Reformanliegen des weltweiten synodalen Prozesses sieht er kritisch. (cbr)