Die nächste Etappe im Reformdialog zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland verzögert sich. Die ursprünglich für November geplante erste Sitzung der Synodalkonferenz, einem neuen Beratungs- und Beschlussgremium von Bischöfen und Laien, werde verschoben, weil bislang die angefragte und notwendige Zustimmung aus dem Vatikan für die Satzung noch nicht vorliege, sagte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Berlin. Die Synodalkonferenz wird in gemeinsamer Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz und des Laiendachverbands ZdK eingerichtet.
Dem Gremium sollen laut Satzung die 27 Ortsbischöfe, 27 ZdK-Vertreter sowie 27 weitere Katholikinnen und Katholiken angehören. ZdK-Sprecherin Britta Baas erläuterte: "Für so eine große Sitzung muss man ja die Räumlichkeiten und Hotelzimmer länger im Voraus planen - irgendwann muss man wegen der Höhe der Stornos handeln, wenn man nicht mehrstellige Beträge in den Wind schießen will." Man warte weiter auf die Anerkennung der Satzung in Rom und hoffe, dass sie bald komme.
Bischof Wilmer zuversichtlich
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hatte vergangene Woche im "Kirche und Leben"-Interview gesagt, er sei "zuversichtlich, dass wir da weiterkommen". Von den Verantwortlichen in Rom wisse er, dass die Genehmigung der vorgelegten Satzung noch etwas Zeit brauche. Die Satzung zur Gründung der Synodalkonferenz als Fortführung des 2019 gestarteten Reformdialogs war im Februar bei der Abschlusssitzung des Synodalen Wegs in Stuttgart beschlossen worden.
ZdK-Mitglied Thomas Arnold, der Teilnehmer des Synodalen Wegs war, sagte auf Anfrage: "Natürlich hätte ich mir einen schnellen Start der Synodalkonferenz gewünscht." Die Kirche in Deutschland sei bisher für die weltweiten synodalen Prozesse Impulsgeber gewesen. "Wenn Rom es jetzt darauf anlegt, dass die Prozesse zeitlich synchronisiert werden, sollte der Vatikan auch schnellstmöglich verbindlich klären, was künftig synodal vor Ort geklärt werden darf", sagte der frühere Leiter der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen. Dazu gehöre eine schnelle Entscheidung zum Satzungsentwurf: "Notfalls auch mit der Vorgabe, sich stärker weltweit abzustimmen." (KNA)