Der Erzbischof der italienischen Erzdiözese Catanzaro-Squillace, Claudio Maniago, ist der Ansicht, die Kirche wisse noch immer nicht ausreichend, wie sie den Gottesdienst nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) feiern soll. Wörtlich sagte er laut einem Bericht des traditionalistischen Portals "Advaticanum" vom Wochenende anlässlich der Nationalen Liturgischen Woche in Italien: "Wir wissen immer noch nicht, wie wir die Liturgie so feiern können, dass ihre ganze Pracht zur Geltung kommt."
Pracht gehöre zur Liturgie, die Kirche müsse sie jedoch nur zum Vorschein bringen, so Maniago, der seit 2021 an der Spitze des Erzbistums in der süditalienischen Region Kalabrien steht. Für den Erzbischof geht es dabei nicht um Ästhetik; liturgische Schönheit bedeute, die Feier des Geheimnisses in ihrem Zentrum durch das Wort, die Gesten, den Gesang, die Stille und die Teilnahme der Gemeinde erfahrbar zu machen. Die Bemerkungen sollen laut Maniago zur Liturgiedebatte beitragen und wurden als Grund für die Fortsetzung der liturgischen Ausbildung hervorgehoben, nicht als Schlussfolgerung auf ein Scheitern der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Maniago ist unter anderem Präsident des "Centro di Azione Liturgica", der italienischen liturgischen Organisation, die die Nationale Liturgische Woche organisiert. Papst Franziskus (2013–2025) berief ihn 2021 zum Erzbischof von Catanzaro-Squillace. In seiner Funktion als Präsident des Centro di Azione Liturgica ist der Erzbischof maßgeblich an der liturgischen Ausbildung und der Organisation der Nationalen Liturgischen Woche beteiligt. (mtr)