Die großen Religionsgemeinschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben erstmals zu einer Landtagswahl einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. "Geben Sie jenen ihre Stimme, die sich uneingeschränkt zur Würde jedes und jeder Einzelnen bekennen und danach handeln. Prüfen Sie, ob und wie der Schutz von Minderheiten und Schutzbedürftigen garantiert wird", heißt es in der am Dienstag in Schwerin veröffentlichten Erklärung. Sie ruft Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Wahl am 20. September politische Kräfte zu unterstützen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkten und Menschen nicht gegeneinander ausspielten.
Unterzeichnet ist der Aufruf von der evangelischen Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Regionalbischof Tilman Jeremias, den Erzbischöfen Stefan Heße und Heiner Koch, Landesrabbiner Yuriy Kadnykov, dem Vorsitzenden des Dachverbandes Muslimischer Gemeinden in Gründung, Ahmed Maher Fakhouri, sowie dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gerrit Marx.
Maßstäbe für starke Demokratie
Es sei die Verantwortung aller, für Demokratie einzustehen, wenn sie in Gefahr gerate, heißt es weiter. "Die Stärke einer demokratischen Gesellschaft bemisst sich auch daran, dass sie Schwache und Minderheiten schützt. Bei allem Ringen um eine bessere Lösung in Sachfragen muss im Mittelpunkt immer der Mensch stehen: Menschenwürde, Menschenrechte und Religionsfreiheit sind unverzichtbar für alle Menschen." In diesem Sinne stünden die Unterzeichner gemeinsam ein für die Würde aller Menschen und für eine friedliche Gesellschaft.
In Mecklenburg-Vorpommern liegt in Umfragen aktuell die AfD bei 36 Prozent, gefolgt von der SPD mit 29 Prozent. Die Linke kommt auf 11 Prozent, die CDU auf 10 und die Grünen auf 5 Prozent. (KNA)