Einbeziehung der Ortskirchen

Weltsynoden-Studiengruppe fordert Reform von Ad-limina-Besuchen

Die Teilnehmer der Weltsynode in Gesprächen
Bild: KNA/Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani

Eine Studiengruppe der Weltsynode hat in ihren Abschlussbericht Reformen bei Ad-limina-Besuchen gefordert. Die Ad-limina-Besuche der Ortsbischöfe in Rom sollten sich – anders als bislang – nicht bloß mit Fragen der internen Verwaltung der Ortskirchen befassen, sondern auch die Mission der Ortskirchen unterstützen, heißt es in dem am Dienstag vom vatikanischen Synodensekretariat veröffentlichten Dokument. Die Besuche seien Teil eines fortlaufenden Prozesses, bei dem die Ortskirchen in einem Dialog mit dem Apostolischen Stuhl neue Impulse für ihre pastorale Tätigkeit bekommen. "Folglich muss nicht nur der Feier des Ad-limina-Besuchs in Rom Aufmerksamkeit geschenkt werden, sondern auch dessen Vorbereitung und Umsetzung innerhalb der Ortskirchen."

Die Gruppe ist eine von zehn Arbeitsgruppen, die noch von Papst Franziskus (2013–2025) eingerichtet wurden. Sie sollen strittige Themen bearbeiten, die im Zusammenhang mit der Weltsynode aufgekommen sind, jedoch nicht bei den beiden Sitzungsperioden im Vatikan behandelt werden sollten. Die Arbeitsgruppe 7 hatte bereits im Mai einen ersten Teil ihres Abschlussberichts vorgelegt und sich darin für mehr Einbindung von Laien in den Auswahlprozess künftiger Bischöfe ausgesprochen. Geleitet wird die Studiengruppe vom emeritierten Münsteraner Bischof Felix Genn.

In ihrem nun veröffentlichten Teil des Abschlussberichts schlägt die Arbeitsgruppe vor, jeder Bischof solle vor dem Ad-limina-Besuch in seinem Bistum einen Prozess kirchlicher Unterscheidung anstoßen, um eine breite Beteiligung des Gottesvolkes zu erreichen. Dabei soll der Zustand der Diözese erhoben werden. Die einzelnen Ergebnisse sollen dann in der Kirchenprovinz oder auf Ebene der Bischofskonferenz vorgelegt werden. "Die Bischöfe werden den Zustand ihrer Diözesen kollegial bewerten, mit dem Ziel, die pastorale Zusammenarbeit und die gemeinsame Planung zu stärken, um sich gemeinsam auf den Ad-limina-Besuch vorzubereiten und dem Papst und seinen Mitarbeitern einen Überblick über die Stärken und Bedürfnisse ihres Gebiets zu bieten, der so weit wie möglich das Ergebnis einer gemeinsamen Entscheidungsfindung ist."

Damit der Austausch mit dem Papst und den Kurienvertretern "authentisch und fruchtbar" sein kann, sollen die Bischöfe zudem in kleinere Gruppen eingeteilt und der Ad-limina-Besuch über einen längeren Zeitraum hinweg stattfinden. Der Dialog solle "offen, herzlich und nicht einseitig sein, damit sowohl die Stärken, als auch die Bedürfnisse der Ortskirchen deutlich werden und der Austausch bewährter Praktiken gefördert wird". Außerdem sieht die Studiengruppe es als "wünschenswert" an, dass eine Delegation der jeweiligen Diözese den Bischof in geeigneter Weise begleitet.

Dem Dokument zufolge sollen die Kurienbehören den Bischofskonferenzen anschließend einen Bericht über den Ad-limina-Besuch vorlegen. Jeder Diözesanbischof soll anschließend – gemeinsam mit den Gläubigen, die ihn begleitet haben – dafür sorgen, dass die Ortskirche über die Ergebnisse des Besuchs informiert wird. Die Mitbestimmungsgremien vor Ort sollen dann gemeinsam mit dem Bischof Maßnahmen erarbeiten, wie die Eingaben umgesetzt werden könnten. Bei Fragen könnten Online-Treffen oder Ortsbesuche der römischen Kurienvertreter organisiert werden.

Das Kirchenrecht sieht vor, dass Bischöfe in der Regel alle fünf Jahre zu den Besuchen "ad limina Apostolorum" ("an die Schwellen der Apostelgräber") nach Rom kommen. Die Bischöfe sprechen dabei mit dem Papst und Kurienvertretern über die Situation der Kirche in ihren Ländern. Dem Bericht zufolge setzt die Studiengruppe ihre Arbeiten zu einem dritten Thema, der richterlichen Funktion des Bischofs, fort. Ein Datum für die Veröffentlichung dieses dritten Abschlussberichts wurde nicht genannt. (cbr)