Herbstvollversammlung der Bischöfe

Neuer Apostolischer Nuntius: Vielfalt führt zu Spannungen

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Hubertus van Megen, bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe
Bild: KNA/Julia Steinbrecht

Der neue Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, hat auf Probleme infolge kultureller Vielfalt hingewiesen. "Die Zeit, in der Deutschland als das Land einer weitgehend homogenen Nation wahrgenommen wurde, scheint in vieler Hinsicht vorüber zu sein", sagte er in seinem Grußwort am Montag in Fulda. Die Vielfalt kultureller Prägungen und Wertvorstellungen werde oft als Buntheit gefeiert. "Sie bringt jedoch zugleich Herausforderungen und Spannungen mit sich." Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz betonte der Nuntius, es komme darauf an, niemanden auszuschließen. Dies gelte auch für die katholische Kirche und ihre Weltsynode.

Das griechische Wort "Synodos" bedeute, gemeinsam auf dem Weg zu sein. "Deshalb kann Synodalität niemals das Anliegen einzelner Gruppen allein sein, während andere zurückbleiben", sagte van Megen in seinem Grußwort. "Rom ist das sichtbare Zentrum und der Garant der Einheit der Universalkirche, zu der auch die Kirche in Deutschland gehört", erklärte der Nuntius. "In der Kirche besitzt jede Ortskirche ihre eigene Würde und ihre eigene Sendung. Keine Ortskirche ist mehr oder weniger Kirche als eine andere." Die Kirche in Europa habe auch keinen Vorrang gegenüber Ortskirchen in Afrika oder anderswo. Das Papstamt und die Eucharistie bildeten die Säulen der kirchlichen Einheit.

Papst und Eucharistie als Einheits-Garant

Die Geschichte zeige, dass es auch innerhalb der Kirche Meinungsverschiedenheiten, Spannungen und sogar Spaltungen geben könne. "Dennoch glauben wir, dass Christus seiner Kirche bleibende Mittel geschenkt hat, durch die ihre Einheit bewahrt und immer wieder erneuert werden kann", so van Megen. Papst und Eucharistie bewahrten die Kirche gemeinsam davor, "zu einer bloßen Föderation einzelner Gemeinschaften zu werden, oder sogar zu einer NGO, christlich gefärbt". Papst und Eucharistie machten die Kirche vielmehr zu einer "welweiten Communio in Christus". 

Die deutschen Bischöfe rief van Megen dazu auf "voller Vertrauen in die Zukunft" zu blicken. "Unsere Hoffnung gründet sich nicht auf menschliche Konzepte oder Strategien, sondern auf den Herrn, der seine Kirche führt und erneuert", so der Nuntius. "Wo wir in der Gemeinschaft mit ihm bleiben, wo wir aufeinander hören, wo wir die Einheit mit der Universalkirche und dem Nachfolger Petri bewahren, dort kann der Heilige Geist neue Wege eröffnen." 

Die katholischen Bischöfe Deutschlands beraten bis Donnerstag in Fulda unter anderem über ethische Fragen zu Leihmutterschaft, Organspende und Suizid-Beihilfe. Es geht zudem um die Gefahren und Chancen Künstlicher Intelligenz, dem Hauptthema der ersten Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. Auch "aktuelle Aspekte von Synodalität in der Kirche" stehen auf dem Programm. (cbr/KNA)