TV-Entertainer Hape Kerkeling, 1980 mit 16 aus der katholischen Kirche ausgetreten, hat eine Lanze für Papst Leo XIV. gebrochen. "Sag ja zum Papst", sagte der Unterhaltungskünstler am Donnerstagabend in Passau. Leo XIV. biete mit seinen Positionen glaubwürdig Orientierung.
Bei einem Podiumsgespräch mit Kabarettist Hannes Ringlstetter bekannte Kerkeling, dass er sich Sonntagsgottesdienste im Fernsehen anschaue. Dort würden Themen aufgegriffen, die den Menschen unter den Nägeln brennen. Wenngleich er sich als Heide verstehe, wisse er sich in seinen persönlichen Auffassungen gestärkt.
Der Entertainer wurde bei der Veranstaltung der Mediengruppe Bayern mit dem "Menschen in Europa Award" ausgezeichnet. Ihn erhalten Persönlichkeiten, die sich für Völkerverständigung, Frieden und gesellschaftliches Engagement einsetzen.
In Reihe mit Merkel und dem Dalai Lama
Die Passauer Verlegerin Angelika Diekmann würdigte den Komiker als Menschen, der mit seinem Humor Generationen von Deutschen geprägt und mit seinen Büchern zum Innehalten gebracht habe. Dank der Auszeichnung steht Kerkeling nun in einer Reihe mit dem Dalai Lama, Angela Merkel, Shimon Peres und Kofi Annan.
Kerkeling sprach sich erneut für ein Verfahren zum Verbot der AfD aus. Dabei gelte es, dem Bundesverfassungsgericht zu vertrauen. Darüber hinaus sei jeder Einzelne gefordert, Haltung zu zeigen und sich gegen alle Kräfte zu wenden, die den Parlamentarismus abschaffen wollten. Sich selbst bezeichnete der Künstler als politisch aktiven Menschen seit seiner Schulzeit. Er hätte sich auch eine politische Karriere vorstellen können, sagte er.
Nach seinen jüngsten Auftritten bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, im Thüringer Landtag und bei der Klausur der SPD-Bundestagsgfraktion wird Kerkeling öffentlich als möglicher überparteilicher Kandidat für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gehandelt. In Passau danach gefragt, wollte Kerkeling das nicht kategorisch ausschließen. Als Ringlstetter in einer Mischung aus Humor und Ernst sagte: "Wer sich Sonntagsgottesdienste im TV ansieht", der stelle sich auch für dieses Amt zur Verfügung, antwortete der Entertainer: "Das lassen wir so stehen." (KNA)