Trump zu katholischem Sender: Bin ein Lebensschützer – für Todesstrafe
US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Exklusiv-Interview mit dem katholischen Sender EWTN als "Lebensschützer" bezeichnet. "Ich bin für das Leben, die Demokraten nicht", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit). Der Präsident hielt zugleich seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vor, dieser wolle im Weißen Haus eine Abtreibungsagenda verfolgen. Gleichzeitig bekräftigte der Präsident seine Unterstützung für die Todesstrafe. "Ich bin total für die Todesstrafe für abscheuliche Verbrechen, okay. So ist es."
Ausdrücklich bestritt Trump, dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping grünes Licht für die Internierung der muslimischen Minderheit der Uiguren in Umerziehungs-Lagern gegeben zu haben. Das schildert der ehemalige Nationale Sicherheitsberater John Bolton in seinem Besteller "Der Raum, in dem es geschah". Das neue Buch sei "eine totale Lüge", so der Präsident. Mit Blick auf das Schicksal der 800.000 "Dreamer", deren Abschiebeschutz Trump wiederholt beenden wollte, erklärte der Präsident, die als Kinder in die USA gekommenen Einwanderer ohne Papiere hätten "absolut nichts zu befürchten". Nach der Abschaffung des DACA-Programms sei er bereit, das Problem zu lösen. Das Verfassungsgericht hatte den letzten Versuch, DACA abzuschaffen, vergangene Woche gestoppt. Das Programm schützt Einwanderer, die vor ihrem 16. Lebensjahr in die USA gekommen waren.
Mit Blick auf die "Black-Lives-Matter"-Proteste in den USA nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd erklärte Trump, er habe "mehr für die schwarze Bevölkerung getan als jeder andere außer Abraham Lincoln. Niemand kommt mir überhaupt nur nahe." Entschieden sprach sich der Präsident gegen den Sturz von Denkmälern von Südstaaten-Generälen, aber auch von anderen umstrittenen Personen, aus. "Wir werden sehr bald was dagegen tun." Der Präsident befürwortete ein Dekret, das die Städte dazu zwingen würde, die Monumente zu schützen.
Erneutes Lob für Viganò-Brief
Ausdrücklich lobte Trump erneut den Brief des Papstkritikers und früheren Vatikan-Botschafters in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò. Viganò hatte in dem Schreiben die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate als Kampf biblischen Ausmaßes beschrieben. Die Mehrheit der "Kinder des Lichts" kämpfe gegen die Minderheit der "Kinder der Dunkelheit", die "strategische Positionen in Regierungen, Politik, Wirtschaft und Medien innehaben". Diese "Kinder der Dunkelheit" identifizierte Viganò mit den Vertretern des "Staats im Staate" (deep state), die einen erbitterten Kampf gegen Trump führten.
Trump hatte sich vor kurzem während einer Demonstration gegen Rassismus mit einer Bibel in der Hand vor einer Kirche in Washington sowie vor einer Statue von Papst Johannes Paul II. fotografieren lassen. Diese demonstrativen Gesten sorgten für scharfe Kritik bei Kirchenvertretern. EWTN ist kein Medium der amerikanischen Bischöfe, sondern ein privater katholischer Sender, der sich vor allem an konservative Katholiken richtet. Das Interview ist Teil der Offensive, mit der Trump versucht, die wichtige Wechselwähler-Gruppe der 46 Millionen Katholiken zu erreichen. (tmg/KNA)