Ersmals Gottesdienst für Betroffene im Hildesheimer Dom

Missbrauchs-Gedenkfeier: Priester sollen auf Berufskleidung verzichten

Aktualisiert am 15.11.2022  –  Lesedauer: 

Hildesheim ‐ Zum ersten Mal wird es dieses Jahr auch im Hildesheimer Dom eine Gedenkfeier für Betroffene von sexuellem Missbrauch geben. Alle Mitarbeiter des Bistums seien eingeladen, hieß es – Priester seien aber gebeten, auf ihre Berufskleidung zu verzichten.

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Im Hildesheimer Dom findet am 24. November erstmals eine Gedenkfeier für Betroffene von sexuellem Missbrauch statt. Anlass ist der "Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch", wie ein Mitglied der Vorbereitungsgruppe am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Zu der Feier seien alle Mitarbeiter des Bistums Hildesheim eingeladen. Priester seien gebeten, auf ihre Berufskleidung zu verzichten, da diese Betroffene triggern könne.

Für die Gestaltung der Feier seien ausschließlich Betroffene verantwortlich, hieß es weiter. Bischof Heiner Wilmer werde nur die Begrüßung übernehmen und einen Bibeltext lesen. Die Betroffenen würden unter anderem eine Ansprache halten und eine symbolische Klagemauer errichten. In Hildesheim findet die Feier nach Angaben der Sprecherin einige Tage nach dem offiziellen Gedenktag statt, weil Wilmer derzeit mit allen deutschen Bischöfen zum Besuch bei Papst Franziskus in Rom weilt

Der "Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch" geht auf eine Initiative des Europarats zurück. Er findet seit 2015 jeweils am 18. November statt. Inzwischen gibt es in mehreren Bistümern Gedenkgottesdienste an diesem Tag. So begeht etwa auch das Erzbistum Köln wieder eine Gedenkfeier für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Im vergangenen Jahr hatte es heftigen Streit um die Veranstaltung gegeben. (tmg/KNA)