Dekan des Kardinalskollegiums soll bei Papst interveniert haben

Zeitung: Kardinal Re gegen Wilmer als Chef des Glaubensdikasteriums

Aktualisiert am 24.01.2023  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Seit Wochen gibt es Gerüchte: Soll der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer neuer Chef des Glaubensdiskasteriums werden? Eine Zeitung berichtet nun über Gegenwind von höchster Stelle im Kardinalskollegium.

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Neuer Gegenwind für eine mögliche Ernennung des Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer zum Chef des vatikanischen Glaubensdikasteriums kommt offenbar auch von höchster Stelle im Kardinalskollegium. Laut der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" (Dienstag) soll der Vorsitzende des Kardinalskollegiums, Kardinaldekan Giovanni Battista Re, bei Papst Franziskus Zweifel an der möglichen Versetzung des Deutschen in den Vatikan geäußert haben.

Seit Wochen gibt es Gerüchte um den Nachfolger von Kardinal Luis Ladaria (78) als Leiter der Glaubensbehörde. Der Spanier wird altersbedingt demnächst aus dem Amt scheiden. Der 61-jährige Wilmer gilt als einer der aussichtsreichen Kandidaten.

Konservative Kirchenkreise schlagen Alarm

Konservative Kirchenkreise schlagen seit Wochen Alarm gegen diese mögliche Entscheidung des Papstes. Sie bezeichnen den gebürtigen Emsländer in Internetforen als einen von der wahren Glaubenslehre abweichenden Bischof und als "Katastrophe für die Kirche".

Der in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für gesellschaftliche und soziale Fragen zuständige Bischof Wilmer kennt Franziskus seit vielen Jahren persönlich. Zudem ist er wegen seiner früheren Rolle als Ordenschef der Herz-Jesu-Priester mit Sitz in Rom bis heute gut im Vatikan vernetzt.

Wilmer wäre bereits der dritte Deutsche an der Spitze der Glaubensbehörde. Vor ihm waren die Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Joseph Ratzinger oberste Glaubenswächter nach dem Papst. Wichtigste Aufgabe des Dikasteriums ist es, die kirchliche Glaubens- und Morallehre zu schützen, zu fördern und weiterzuentwickeln. (KNA)