"Das muss uns beunruhigen"

Bischof Fürst: Viele Frauen sehen in Kirche keine Berufszukunft

Veröffentlicht am 22.04.2023 um 13:39 Uhr – Lesedauer: 

Stuttgart ‐ Die Kirchenkrise sei nicht von Frauen verursacht worden – dennoch hätten sie an den Folgen besonders zu leiden, sagt der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst. Dass viele Theologinnen keine Berufsperspektive mehr in der Kirche sähen, sieht er mit Sorge.

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Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst zeigt sich besorgt darüber, dass viele junge Frauen in der katholischen Kirche keine berufliche Zukunft sehen. "Das muss uns beunruhigen und ins Handeln bringen; es darf nicht vom Tisch gewischt werden", schrieb er in einem Grußwort zu einer am Freitag begonnenen Tagung von Agenda, einem Zusammenschluss von rund 400 katholischen Theologinnen im deutschsprachigen Raum. Der Verein begeht an diesem Wochenende in Stuttgart sein 25-jähriges Bestehen.

"Die Krise der katholischen Kirche wurde nicht von Frauen verursacht. Und doch haben sie an den Folgen besonders heftig zu tragen", so der Bischof weiter. Gerade junge Theologinnen seien wegen der "verhängnisvollen Verfehlungen von Klerikern unserer Kirche" schwierigen Themen ausgesetzt.

Fürst ergänzte zugleich, der Verein für Frauen in Wissenschaft und Pastoral spiele eine immer wichtigere Rolle. Es gebe kaum Professorinnen in der katholischen Theologie, die nicht zugleich auch Agenda-Mitglied seien: "Agenda hat nicht nur die katholische Kirche, sondern auch die Theologie verändert und den Blick weiter werden lassen." Das Bündnis habe in den bisherigen 25 Jahren seines Bestehens "solidarisch an der Weiterentwicklung der Kirche mitgearbeitet, indem es theologische Forschung und Frauenperspektive nicht nur einfordert, sondern auch selbst einbringt". (KNA)