Menschen sollen "trotz allem an ein besseres Morgen glauben"

Papst kritisiert Aufteilung der Welt durch Großmächte

Veröffentlicht am 01.01.2026 um 08:52 Uhr – Lesedauer: 

Der Gottesdienst zum Jahresende ist traditionell eine Gelegenheit zur Danksagung. Doch Papst Leo XIV. nutzte ihn auch für Kritik – an der Interessenpolitik der weltweiten Großmächte.

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Papst Leo XIV. hat zum Jahresende die Pläne der Großmächte zur Aufteilung der Welt nach ihren Interessen kritisiert. Bei einem Gottesdienst im Petersdom sagte er am Silvesterabend, die heute weltweit dominierenden Pläne seien "Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, in ideologische Parolen und in falsche religiöse Beweggründe."

Dem stellte der Papst die Botschaft von der Geburt Christi gegenüber und sagte: "In unserer Zeit spüren wir das Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist", so wie es die Geburt Christi gewesen sei. Er führte aus, die Welt werde vorangebracht von der Hoffnung "vieler einfacher Menschen, unbekannt, aber nicht Gott unbekannt, die trotz allem an ein besseres Morgen glauben, weil sie wissen, dass die Zukunft in den Händen dessen liegt, der ihnen die größte Hoffnung schenkt."

Hoffnung braucht auch sichtbare Zeichen

Das bald endende Heilige Jahr sei ein Zeichen dieser Hoffnung und einer Welt, die gemäß dem Plan Gottes erneuert und versöhnt sei. In diesem Plan habe die Vorsehung der Stadt Rom einen besonderen Platz reserviert, weil hier Petrus und Paulus für Christus gestorben seien.

Das Heilige Jahr endet am 6. Januar mit der Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom durch den Papst. An Weihnachten 2024 hatte Papst Franziskus das Pilgerereignis mit der Öffnung der Heiligen Pforte begonnen. Seither kamen laut den Veranstaltern bis zu 35 Millionen Pilger nach Rom. (KNA)