Zusammenhang öfter im Bewusstsein, als gedacht

Anima-Rektor: Haben Heiliges Jahr beim Beichtdienst bemerkt

Veröffentlicht am 02.01.2026 um 15:27 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Um einen vollständigen Generalablass zu erreichen, müssen Heilig-Jahr-Pilger zuvor ihre Sünden beichten. Das Jubiläumsjahr der katholischen Kirche hat sich daher auch bei der deutschsprachigen Kirche in Rom bemerkbar gemacht.

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Laut dem Rektor der deutschsprachigen Gemeinde Santa Maria dell'Anima in Rom, Michael Max, hat sich das Heilige Jahr auch bei der Beichte bemerkbar gemacht. Als Priesterkolleg habe man zu den Öffnungszeiten der Kirche permanent einen Beichtdienst anbieten können, berichtete Max in einem Interview mit "Vatican News" (Freitag). "Und es sind viele gekommen, einige haben auch gesagt, ich war Jahrzehnte nicht mehr beichten und es ist gut, dass ich heute beichten gehen kann – denn morgen möchte ich durch die Heilige Pforte gehen", so der Geistliche. "Dieser Zusammenhang war im Bewusstsein, vielleicht öfter als gedacht." Wie tief diese Erfahrung gehe, könne er nicht beurteilen. "Ich denke, es sind viele ein bisschen anders nach Hause zurückgekehrt, als sie hergekommen sind."

Zum Heiligen Jahr haben Katholikinnen und Katholiken die Möglichkeit, einen Generalablass ihrer Sünden zu erhalten. Gläubige müssen dafür vor dem Durchschreiten der Heiligen Pforten "geläutert (werden) durch das Sakrament der Buße und gestärkt durch die Heilige Kommunion", heißt es in den Richtlinien der Apostolischen Pönitentiarie, die für Ablässe und das Gnadenwesen zuständig ist. Das Heilige Jahr endet am 6. Januar.

Keine zusätzlichen Besucher durch Papst Leo XIV. 

Aus Sicht des Anima-Rektors Max haben der Tod von Papst Franziskus und die Wahl von Papst Leo XIV. das Heilige Jahr geprägt. "Man fährt nach Rom, um das Heilige Jahr zu feiern, durch die Heiligen Pforten zu gehen, aber seit Jahrhunderten auch, um den Papst zu sehen, ihm zu begegnen, eine Ansprache zu hören, einen Segen zu empfangen." Er glaube aber nicht, dass allein aufgrund der Wahl eines neuen Papstes plötzlich mehr Menschen nach Rom gekommen seien. "Große Pilgergruppen lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen neu organisieren. Diese Gruppen waren lange geplant und wären auch ohne einen neuen Papst gekommen."

Mit Papst Leo XIV. sei allerdings eine andere Aufbruchsstimmung spürbar. Dies werde vor allem bei den Generalaudienzen am Mittwoch deutlich, an denen eine große Zahl an US-Amerikanern teilnähmen. "Da ist sicher Patriotismus und Selbstbewusstsein dabei, wenn man den Jubel hört, und auch viel Neugier." Gleichwohl habe das Heilige Jahr mit seinen festen Strukturen und Terminen dem neuen Papst dabei geholfen, in seine Rolle hineinzufinden.

Angesprochen auf den heutigen Sinn von Heiligen Jahren sagte Max: "Von einer großen Gemeinschaft geht ein Signal aus: Wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen, auf die Grundlagen unserer Werte und unseres Menschseins, dann kann das aus Verzweckungen, Versklavungen, Ungerechtigkeiten und Gefällesituationen herausführen", so der Beauftragte der Österreichischen Bischofskonferenz für das Jubiläum. "Allein dafür lohnt es sich, alle 25 Jahre ein Heiliges Jahr zu feiern, das Menschen mobilisiert, Themen setzt, weltweit wahrgenommen wird und in dem Kirche im guten Sinn missionarisch wirksam sein kann." (cbr)