Debatte sei von Polarisierung geprägt

US-Kardinäle kritisieren Außenpolitik ihres Landes

Veröffentlicht am 19.01.2026 um 18:57 Uhr – Lesedauer: 

Newark/Chicago/Washington ‐ Wohin steuert die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump? In seltener Einigkeit haben sich nun drei Kardinäle zum Kurs der Regierung geäußert. Sie zeigen sich besorgt – und führen Mahnungen des Papstes ins Feld.

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Drei US-amerikanische Kardinäle haben grundlegende Änderungen in der Außenpolitik der USA angemahnt. Der Krieg in der Ukraine, aber auch die Intervention der USA in Venezuela und die Drohungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Grönland hätten "grundlegende Fragen über den Einsatz militärischer Gewalt und die Bedeutung des Friedens aufgeworfen", heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung der Kardinäle. Militärisches Handeln sei nur als letztes Mittel in Extremsituationen zulässig, "nicht als normales Instrument nationaler Politik". Unterzeichnet ist die Erklärung von den Kardinälen Blase Cupich (Chicago), Joseph Tobin (Newark) und Robert McElroy (Washington).

Die Kardinäle kritisieren die Debatte, die innerhalb der USA über die Außenpolitik des Landes geführt werde. Diese sei "von Polarisierung, Parteigängertum sowie engen wirtschaftlichen und sozialen Interessen geprägt". Die moralische Rolle der USA "bei der Konfrontation mit dem Bösen weltweit, beim Schutz des Rechts auf Leben und der Menschenwürde sowie bei der Unterstützung der Religionsfreiheit" stehe insgesamt auf dem Prüfstand. Gleichzeitig erscheine das Recht der Nationen "in einer Welt immer größerer Brandherde allzu fragil".

Cupich, Tobin und McElroy verweisen auf die Grundsatzrede von Papst Leo XIV. vor dem diplomatischen Korps im Vatikan Anfang Januar. Der Papst habe darin "einen dauerhaften ethischen Kompass für die Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik in den kommenden Jahren gegeben", heißt es. Leo weise auf die Notwendigkeit internationaler Hilfe zum Schutz der zentralsten Elemente der Menschenwürde hin, "die dadurch angegriffen werden, dass wohlhabende Nationen ihre Beiträge zu humanitären Auslandshilfeprogrammen kürzen oder ganz einstellen", so die Kardinäle. "Als Hirten und Bürger nehmen wir diese Vision für die Etablierung einer wahrhaft moralischen Außenpolitik unseres Landes an." (KNA)