ICE-Aktivitäten in Minnesota

Erzbischof fordert umfassende Reform der US-Einwanderung

Veröffentlicht am 23.01.2026 um 12:42 Uhr – Lesedauer: 

Minneapolis ‐ Angesichts gewalttätiger Konflikte in Minnesota ruft US-Erzbischof Bernard A. Hebda zu einer Einwanderungsreform in den USA auf, die "menschliche Kosten" verringert und Recht, Barmherzigkeit und Solidarität verbindet.

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Angesichts der anhaltenden Konflikte um die Aktivitäten der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota hat der Erzbischof von St. Paul und Minneapolis, Bernard A. Hebda, zu einer "umfassenden Einwanderungsreform" aufgerufen. In einem Meinungsbeitrag für das "Wall Street Journal" wies Hebda jetzt auf die "menschlichen Kosten auf allen Seiten" hin und warnte, die Debatte habe sich von einer politischen Auseinandersetzung zu einem "kulturellen und politischen Schlachtfeld" entwickelt, das "hier auf den Straßen ausgetragen wird".

Hebda erinnerte an gescheiterte Versuche des US-Kongresses von 2013, die Einwanderungspolitik zu reformieren. Ein damals geplantes Gesetz, das Milliarden für Grenzsicherung vorsah und einen zwölfjährigen Weg zur Staatsbürgerschaft für Einwanderer eröffnet hätte, sei gescheitert, "nicht weil das Problem unlösbar war, sondern weil der politische Wille unter dem Druck der Extreme zusammenbrach". Der Erzbischof betonte, dass das Problem schlimmer werde, "je länger Washington wartet". Millionen Menschen lebten in Unsicherheit, Gemeinden seien stark belastet. Hebda warnte, Verzögerungen würden die Debatte nur "bitterer" machen und Lösungen "immer schwerer erreichbar".

Grenzsicherung und Rechte von Einwanderern

Der Erzbischof hob einerseits die Pflicht von Staaten hervor, ihre Grenzen zu sichern, sowie andererseits die Rechte von Einwanderern, "die als Menschen mit natürlichen Rechten geachtet werden müssen". Barmherzigkeit dürfe nicht mit Nachlässigkeit verwechselt werden, zugleich dürften Einwanderer ohne gültige Dokumente nicht für die Situation verantwortlich gemacht werden: "Solidarität kann nicht selektiv sein."

Er forderte eine "umfassende, langfristige Lösung, die die Realität widerspiegelt und nicht Ideologie", inklusive rechtmäßiger Perspektiven für gesetzestreue Einwanderer und der Anerkennung, dass einige abgeschoben werden müssten. Reformen dienten der "Wiederherstellung moralischer Ordnung, der Stärkung von Familien und der Förderung des Gemeinwohls" und verlangten "Mut, Demut und Kompromissbereitschaft". (stz)