Zeichen gegen Rupnik? Papst Leo verlegt Ort der Fastenexerzitien
Ob das Kirchenoberhaupt ein Zeichen gegen den slowenischen Künstler, Ex-Jesuiten und Priester Marko Rupnik setzen will? Die diesjährigen Fastenexerzitien des Papstes mit der Römischen Kurie jedenfalls sollen nicht in der von Rupnik gestalteten Redemptoris-Mater-Kapelle stattfinden, berichtet die italienische Zeitung "Il Messaggero" am Mittwoch. Stattdessen sollen die Exerzitien in die Cappella Paolina im Apostolischen Palast verlegt werden.
Mehrere Frauen hatten Rupnik vorgeworfen, er habe sie unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht. Nachdem der Jesuitenorden ihn ausgeschlossen hatte, nahm ihm das slowenische Bistum Koper auf. Der an Ostermontag verstorbene Papst hatte schließlich im Oktober 2023 nach Bekanntwerden der Aufnahme Rupniks in das Bistum Koper eine weitere Ermittlung angeordnet – trotz kirchenrechtlicher Verjährung der Taten. In der Zwischenzeit hatte sich einiges im Fall Rupnik getan. Mitte Oktober vergangenen Jahres hatte das vatikanische Glaubensdikasterium ein fünfköpfiges Sondergericht ernannt. Die Frauen und Männer, die dem Vatikan zufolge keine Ämter in der Kurie innehaben, sollen in dem Prozess entscheiden.
Umgang mit Kunstwerken
Der Slowene hat als Mosaikkünstler zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt gestaltet, darunter die Redemptoris-Mater Kapelle, in der üblicherweise die Fastenexerzitien stattfinden. Doch der Umgang mit seinen Kunstwerken ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe umstritten. In manchen Kirchen, etwa der Basilika im Marienwallfahrtsort Lourdes, wurden die Werke verhängt, in anderen sind sie weiterhin zu sehen. Auch die vatikanischen Medien standen lange Zeit in der Kritik, da seine Werke zur Illustration genutzt wurden. Rund einen Monat nach Amtsantritt von Leo XIV. verschwanden sie von den Internetseiten.
Was die diesjährigen Fastenexerzitien angeht, wird diese der Bischof von Trondheim, Erik Varden, leiten. Varden ist seit 2024 Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz. Seit 2019 wurde er zum Prälaten von Trondheim ernannt, 2020 wurde er zum Bischof geweiht. Er war damit der erste in Norwegen geborene Oberhirte des Bistums Trondheim seit der Reformation. Zudem ist Varden seit 2023 Apostolischer Administrator der zweiten norwegischen Territorialprälatur Tromso. Vor seiner Zeit als Prälat war der Trappist Abt der Abtei Mount St. Bernard in Leicestershire (Vereinigtes Königreich). (mtr)
