Missbrauchsstudie für das Erzbistum Paderborn hat Termin

Eine Studie zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn wird am 12. März vorgestellt. Das teilten die Universität Paderborn und das Erzbistum am Freitag mit. Die kirchenhistorische Auswertung hatte sich wegen der großen Menge an Material und wegen rechtlicher Prüfungen verzögert. Beleuchtet werden die Amtszeiten der früheren Erzbischöfe und Kardinäle Lorenz Jaeger (Foto oben, links) und Johannes Joachim Degenhardt (1941–2002). Laut Erzbistum fällt ein Großteil der bekannten Missbrauchsfälle in diesen Zeitraum.
Schon der Zwischenbericht zur Studie hatte im Dezember 2021 für Aufsehen und Empörung gesorgt. Denn darin wurde Jaeger und Degenhardt gravierendes Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchstätern unter den Geistlichen attestiert. Sie hätten Beschuldigte geschützt und ihnen teils auch schriftlich Mitgefühl bekundet. Betroffenen gegenüber hätten sie keine Fürsorge gezeigt.
Den Verdacht, dass Jaeger und Degenhardt selbst Täter waren, wies das Erzbistum im Oktober zurück. Keiner der bisher bekannten Vorwürfe sei plausibel dargelegt. Die Erzdiözese hatte zu diesem Zeitpunkt von einem dritten Vorwurf erfahren – neben den Vorwürfen zweier bereits bekannter mutmaßlicher Betroffenen. – An der Studie arbeiten Forschende der Universität Paderborn seit 2020. Sie wird durch das Erzbistum gefördert. (KNA)