Bei Generalaudienz

Papst Leo ruft Europa zur Überwindung von Ost-West-Spaltungen auf

Veröffentlicht am 11.02.2026 um 16:44 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Spannungen prägen nicht erst seit dem 20. Jahrhundert das Verhältnis von West- und Osteuropa. Nun hat Leo XIV. beide Seiten zu neuer Einheit aufgerufen. Auch der Welttag der Kranken war Thema bei der Generalaudienz.

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Der Papst hat die europäischen Völker in Ost und West aufgefordert, "eine neue Einheit des europäischen Kontinents aufzubauen". Die Europäer sollten religiöse und politische Spannungen, Spaltungen und Gegensätze überwinden, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. Er machte seine Äußerungen während eines Grußworts an polnische Pilger, unter denen auch der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz war.

In seinem Appell zur Einheit Europas knüpfte Leo XIV. an zentrale Figuren der osteuropäischen Kirchengeschichte an. Er verwies auf die Slawenapostel Kyrill und Method, die als Mitbegründer der späteren slawischen Kulturen und Sprachen gelten. "Besinnen wir uns wieder auf ihr apostolisches Wirken", sagte der Papst.

Zugleich erinnerte er an die Europa-Vision des aus Polen stammenden Papstes Johannes Paul II. (1978-2005). Dieser hatte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den 1990er Jahren immer wieder ein Europa beschworen, das "mit beiden Lungenflügeln" (Ost und West) atmen solle.

Gebet für Kranke

Bei der Generaldaudienz erinnerte Leo XIV. auch an den Welttag der Kranken. Die katholische Kirche begeht diesen Tag am Gedenktag der Muttergottes von Lourdes am 11. Februar. Aus diesem Anlass wollte sich der Papst nach der Generalaudienz zur Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten begeben, um dort für die Kranken eine Kerze zu entzünden und zu beten. Wegen der zahlreichen Menschen und Einrichtungen, die sich in der Kirche den Kranken widmen, hat der Tag für viele Gläubige eine besondere Bedeutung.

Der Welttag der Kranken wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt, der selbst eine unheilbare Parkinson-Erkrankung hatte. Neben Gottesdiensten im Vatikan finden zentrale Veranstaltungen in einem anderen Land statt. In diesem Jahr ist es das Bistum Chiclayo in Peru. Das Bistum leitete der jetzige Papst von 2014 bis 2023, es gilt als seine zweite Heimat. In einem spanischen Grußwort wandte sich Leo XIV. am Mittwoch an die Menschen, die dort am Welttag der Kranken teilnehmen. Als seinen Vertreter hatte er den kanadischen Kurienkardinal Michael Czerny nach Chiclayo entsandt. (mal/KNA)