Ich faste für Gott! Was bringt's?

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Es ist vielen Menschen nicht bekannt, doch: Sie fasten falsch! Sie verzichten zum Beispiel auf Süßigkeiten, weil sie sowieso ein paar Kilo abnehmen wollen. Sinnlos. Wer die Fastenzeit für positive Veränderung nutzt und sich danach besser fühlt, hat nichts verstanden.
Das könnte man zumindest meinen, wenn man die Kommentare unter den verschiedensten Fastenaktionen kirchlicher Akteure liest. "Ich faste doch nicht für mich, sondern für Gott!", betont so mancher. Besonders dann, wenn der Aufruf zum Fasten positive Folgen des Verzichtens betont.
Wer also ein "richtiger" Katholik ist, der fastet nicht für einen persönlichen Gewinn, sondern für Gott! Doch was hat Gott vom Fasten?
Die ersten Christen fasteten, um durch zeitweise Askese einen kleinen Teil des Leidens Christi am Kreuz nachvollziehen zu können. Aber würde sich jemand ernsthaft beim Fasten anmaßen, Gott beim Erlösungswerk der Menschheit zu helfen? Vielmehr geht es doch beim Nachvollziehen um die eigene Erkenntnis und Beziehung zu Gott. Eher ein persönlicher Gewinn also.
Oder geht es um das Leiden an sich? Doch inwiefern leidet der Fastende "für Gott"? Hat Gott einen Gewinn an seinem Leid oder vielleicht sogar Freude daran? Das wäre ein äußerst merkwürdiges Gottesbild.
Möglicherweise führen Verzicht und Askese "für Gott" auch einfach zu einer Art himmlischen Entschädigungszahlung? Schließlich heißt es in der Bergpredigt zum Fasten: "Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten."
So oder so: Am Ende des Fastens steht der persönliche Gewinn. Egal, ob es um eine himmlische Belohnung, geistliche Erkenntnis, das Erfahren von Verzicht oder die Gesundheit geht: Fasten ist Buße, also Umkehr zu Gott und uns selbst. Der reine persönliche Gewinn. Und sogar der beste.
Die Autorin
Carina Adams ist Redakteurin bei katholisch.de.
Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.