Stattdessen Bibel stärker in den Mittelpunkt stellen

Bischof gegen Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung

Veröffentlicht am 19.02.2026 um 10:52 Uhr – Lesedauer: 

Bozen ‐ Mangels Priester können nicht alle Gemeinden jeden Sonntag die Eucharistie feiern. Der Umgang damit ist unterschiedlich – einige deutsche Bistümer erlauben Wortgottesdienste mit Kommunion. Nicht so in Südtirol.

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In Südtirol soll es weiter keine Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung geben. Der Bischof von Bozen-Brixen, Ivo Muser, will daran festhalten, dass es Ausnahmen davon nur in Krankenhäusern und Seniorenwohnheimen in Form der Krankenkommunion gibt, schreibt er in seinem Fastenhirtenbrief. Muser betonte die enge Verbindung von eucharistischem Hochgebet und dem Empfang der Kommunion: "Daher erscheint es umso wichtiger, dass die Gaben, die der Gemeinde gereicht werden, auch im jeweiligen Gottesdienst gewandelt werden und nicht, wie es mancherorts üblich geworden ist, die in Christus versammelte Gemeinde mit konsekrierten Hostien aus dem Tabernakel zu versorgen."

Mit der Entscheidung sei keine Abwertung von Wort-Gottes-Feiern verbunden: "Ich sage das aus tiefer Wertschätzung dieser vom 2. Vatikanischen Konzil angeregten Feierform gegenüber und aufgrund liturgietheologischer Überlegungen, die ich für nachvollziehbar und gut begründet erachte." In den Wort-Gottes-Feiern sei Christus gegenwärtig, "wenn sein Wort verkündet und gehört wird", betonte der Bischof. Statt des Kommunionempfangs solle die Heilige Schrift stärker in den Mittelpunkt von Wortgottesdiensten rücken.

Sehnsucht nach der sonntäglichen Eucharistie wachhalten

Muser betonte, dass der Priestermangel dazu führe, dass nicht in allen Gemeinden an jedem Sonntag die Eucharistie gefeiert werden könne. "Deswegen bitte ich darum, dass wir alle liturgischen Feiern am Sonntag – Wortgottesfeiern ohne Kommunionausteilung, die Feier des Stundengebetes, eucharistische Andachten, das gemeinsame Rosenkranzgebet, aber auch neue Formen wie Taizègebete [sic] und Evensong – so pflegen, fördern und gestalten, dass der enge Zusammenhang von Sonntag und Eucharistie deutlich bleibt und dass sie die Sehnsucht nach der sonntäglichen Eucharistie nähren und wach halten."

In Deutschland wird der Umgang mit der Kommunion in sonntäglichen Wort-Gottes-Feiern unterschiedlich gehandhabt. 2023 hatte das Bistum Fulda die Möglichkeiten zur Feier von Wortgottesdiensten mit Kommunionausteilung erweitert. Seit 2024 können im Erzbistum Köln solche Gottesdienste gefeiert werden, wenn es für Gläubige nicht möglich ist, an einer Eucharistiefeier teilzunehmen. Für die Feiern sollen die gewandelten Hostien aus einer am selben Tag anderswo gefeierten Eucharistie herangezogen werden. Ein ähnliches Modell gibt es im Erzbistum Paderborn seit 2018. (fxn)