DBK-Frühjahrsvollversammlung beginnt

Bischof Bätzing: Konflikte unter Bischöfen wird es weiter geben

Veröffentlicht am 23.02.2026 um 16:03 Uhr – Lesedauer: 

Würzburg ‐ Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Frühjahrsvollversammlung in Würzburg begonnen. Letztmals wurde sie vom scheidenden Vorsitzenden Georg Bätzing eröffnet. Zum Auftakt nahm er zu mehreren Themen Stellung.

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Der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, sieht Meinungsverschiedenheiten unter den deutschen Bischöfen als normal an. "Mich erstaunt immer, dass man glauben könnte, Zusammenhalt besteht aus Einmütigkeit in dieser Zeit von Veränderungen und Umbrüchen", sagte Bätzing am Montag zum Auftakt der DBK-Frühjahrsvollversammlung in Würzburg. "Dass wir da auch als Bischöfe Optionen treffen, die nicht so ohne Weiteres miteinander gehen, sondern höchstens zusammengefügt das Ganze ergeben, ist für mich so klar, wie es nur sein kann."

Er glaube nicht, dass die deutschen Bischöfe in naher Zukunft zu allen Fragen und Herausforderungen Antworten geben, die in die komplett selbe Richtung gehen, betonte der Bischof. Ein neuer DBK-Vorsitzender "möge die Unterschiede und Konflikte, die es weiter geben wird, so moderieren, dass wir einander verstehen können". Zu einem möglichen Nachfolger sagte Bätzing: "Wir werden den besten wählen, und ich wünsche ihm das Beste."

Keine weitere Amtszeit

Bei der Vollversammlung steht turnusgemäß die Wahl des DBK-Vorsitzenden an. Bätzing, 2020 zum Vorsitzenden gewählt, hatte Ende Januar angekündigt, für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. Die Wahl soll voraussichtlich am Dienstagvormittag stattfinden; im Anschluss wird der Neugewählte vor die Presse treten.

Zur Bischofskonferenz sagte Bätzing, es sei immer ein Zusammenkommen unter Brüdern – "sowie das eben unter Brüdern ist". Man sei nicht in allen Dingen einer Meinung. "Aber du weißt; Das sind die Brüder. Die suchst du dir nicht aus, aber mit denen bist du zusammen in die Familie gestellt und mit denen willst du auch zurechtkommen." Schwierige Momente in seiner Amtszeit seien es etwa gewesen, wenn kurz vor Vollversammlungen noch römische Einwände zu Vorgängen in Rahmen des Synodalen Wegs gekommen seien. "Da hatte ich den Eindruck: Wir sind noch nicht auf der Ebene eines gemeinsamen Verstehens." Er sei dankbar, dass das in den vergangenen drei Jahren besser geglückt sei. Gerade die Weltsynode sei dabei ein großes Geschenk für beide Seiten gewesen.

Wer wird neuer DBK-Vorsitzender?

Am Dienstag wird in Würzburg ein neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Das gewünschte Profil eines künftigen Amtsinhabers lässt sich gut umreißen – einige Namen werden immer wieder genannt.

Mit Blick auf die Synodalkonferenz, über deren Statut die deutschen Bischöfe in Würzburg abstimmen, erklärte Bätzing, er hätte sich gut vorstellen können, diese noch mitzukonsolidieren. "Aber die Möglichkeit besteht nicht: Man wird gewählt für sechs Jahre oder nicht. Sechs Jahre waren in meiner Perspektive eine zu lange Zeit."

Einen Stimmungsumschwung unter den Bischöfen bei der Satzung sieht Bätzing nach den Debatten bei der sechsten Vollversammlung des Synodalen Wegs Ende Januar in Stuttgart nicht. Dort hatte es beim Thema Monitoring kritische Stellungnahmen einiger Bischöfe gegeben. Die Rechenschaft der Bischöfe vor ihren Gremien sei Teil des Schlussdokuments zum weltkirchlichen Synodalen Prozess, betonte Bätzing. "Nur so wird man das Zusammenspiel aus Beraten, Entscheiden und Partizipation hinbekommen. Da wird sich niemand entziehen können." Monitoring heiße Rechenschaft, nicht Gleichklang der Entscheidungen in allen Bistümern. Jeder Bischof werde gebeten, mit seinen Gremien den Stand des Synodalen Wegs zu evaluieren.

Warnung vor AfD

Im Hinblick auf die politische Lage in Deutschland warnte Bätzing erneut eindringlich vor der AfD. Wer die Wahlprogramme der Partei studiert habe, wisse, was auf die Gesellschaft zukommen könne, wenn diese Kräfte in politische Verantwortung träten und Regierungsverantwortung bekämen. Die demokratische Mitte im Land müsse deshalb Bündnisse schließen. Die großen Probleme dieser Zeit müssten gelöst werden. Das Land solle rechtsstaatlich, freiheitlich, weltoffen, solidarisch und fest in Europa verwurzelt bleiben.

Bätzing erinnerte dabei an die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" aus dem Frühjahr 2024. Diese Erklärung habe Wirkung gezeigt, aber Erklärungen alleine reichten nicht mehr aus. "Wir müssen Menschen in unserem Land aktivieren, für Demokratie und Menschenwürde aufzustehen und sich zu engagieren", so der Bischof. Er sei allerdings persönlich gegen ein AfD-Verbot. Die demokratischen Kräfte im Land müssten vielmehr zeigen, dass die Partei überflüssig sei, so Bätzing.

Die deutschen Bischöfe beraten bis Donnerstag. Weitere Themen des Treffens sind die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, die politische Situation in Europa und die Lage der christlichen Minderheiten im Nahen Osten. Darüber hinaus wollen die Bischöfe über den Entwurf einer Arbeitshilfe zur Ehrenamts- und Engagemententwicklung diskutieren. Dazu steht neben dem neuen DBK-Vorsitzenden eine weitere Personalie an: Die Bischöfe entscheiden darüber, ob sie die Generalsekretärin Beate Gilles im Amt bestätigen. (mal)