Nach scheinbaren Papst-Aussagen über rechte Gruppen

Erzbischof mahnt kritische Haltung gegenüber Parteien an

Veröffentlicht am 03.03.2026 um 11:19 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Hat der Pontifex bei einem Treffen mit den spanischen Bischöfen vor rechten Ideologien und Gruppen gewarnt? Ein Zeitungsbericht hatte Debatten darüber ausgelöst. Nun äußert sich ein Erzbischof dazu.

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Wenn politische Gruppen – gleich welcher Ausrichtung – ausgrenzen, polarisieren und Angst schüren, sollte die Kirche eine kritische und prophetische Haltung einnehmen. Das sagte der Vorsitzende der katalanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joan Planellas, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des Portals "Crux". Zugleich betonte er, die Kirche dürfe sich nicht mit einer bestimmten politischen Richtung identifizieren. Ihre Aufgabe sei es vielmehr, das Evangelium zu verkünden und die Würde jedes Menschen zu verteidigen. 

Hintergrund der Äußerungen ist ein Bericht der spanischen Zeitung "El País" über Papst Leo XIV. und die spanischen Bischöfe. Demnach habe das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Treffen im November vergangenen Jahres die extreme Rechte mit Blick auf Gesellschaft und Kirche in Spanien als seine derzeit größte Sorge bezeichnet. Leo XIV. habe die Kirchenvertreter aufgefordert, gegenüber entsprechenden politischen Strömungen klare Distanz zu wahren. In der Folge kam es zu Debatten über rechte Parteien und Ideologien in der spanischen Gesellschaft. 

Papstbesuch in Spanien 

Mit Blick auf die zunehmende politische Polarisierung in Europa warnte der Erzbischof von Tarragona im Nordosten Spaniens außerdem davor, die Kirche dürfe nicht in "parteipolitische Konflikte" hineingezogen werden. Angesichts polarisierender Rhetorik solle sie stattdessen die christlichen Werte betonen. 

Zugleich äußerte Planellas Erwartungen an den geplanten Besuch des Papstes in Spanien vom 6. bis 12. Juni. Stationen sind laut dem Vatikan unter anderem in Madrid und Barcelona vorgesehen. Der Erzbischof hofft mit dem Besuch auf eine Glaubenserneuerung: "Jenseits von Namen und Schlagzeilen hoffe ich, dass seine Anwesenheit in Spanien und insbesondere in Barcelona dazu ermutigen wird, den Glauben zu erneuern, Brücken zu bauen und diejenigen in den Mittelpunkt zu stellen, die am meisten leiden." (mtr)