Sorge um Kardinal: Seit Tagen kein Kontakt
Die Sorge um den Teheraner Erzbischof, Kardinal Dominique Mathieu, wächst. Seit Beginn der Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran am Samstag haben seine Mitbrüder der Franziskaner-Minoriten keinen Kontakt mehr zu ihm. "Die letzten Mitteilungen, die wir von Kardinal Mathieu erhalten haben, stammen vom Tag, an dem der Konflikt begann", sagte ein Sprecher der Ordensleitung der Franziskaner-Minoriten in Rom gegenüber katholisch.de. "Seitdem ist jegliche Kommunikation abgebrochen, da die Kommunikationsinfrastruktur – einschließlich Internet- und Telefonverbindungen – derzeit nicht funktioniert."
Auch der irakische Erzbischof Bashar Matti Warda von Erbil in der kurdischen Region im Nordirak äußerte sich zu der Situation. In einer Fernsehsendung am Dienstagabend berichtete er, man versuche ebenfalls, Kontakt mit dem iranischen Kardinal aufzunehmen – bislang vergeblich. "Wir haben es mehrmals versucht, aber es gibt keinerlei Kommunikation", sagte Warda.
Zweiter Kardinal Belgiens
Papst Franziskus ernannte Mathieu 2021 zum Erzbischof von Teheran-Isfahan, dem einzigen katholischen Erzbistum in der Islamischen Republik Iran. Die Erzdiözese zählt etwas mehr als 60.000 Gläubige. Mathieu gehört dem Orden der Franziskaner-Minoriten an. Im Dezember 2024 erhob Papst Franziskus ihn in den Kardinalsstand. Damit ist Mathieu nach dem emeritierten Erzbischof Jozef De Kesel erst der zweite belgische Kardinal.
Mit der Ernennung Mathieus zum Kardinal an der Spitze des Erzbistums wollte der Vatikan vor allem den Dialog mit dem Iran stärken. Der Heilige Stuhl unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Iran. (mtr)
