Anglikaner: Jetzt doch kein Herausforderer zu Sarah Mullally
Die Gruppe der konservativen Anglikaner (GAFCON) wählt nun doch keinen eigenen Vorsitzenden. Stattdessen wolle die Gruppe einen neuen Leitungsrat unter Vorsitz von Ruandas Erzbischof Laurent Mbanda gründen, wie die BBC am Donnerstag berichtet. Zuvor war die Rede von Plänen, einen eigenen Vorsitzenden zu wählen, der in Konkurrenz zur Bischöfin Sarah Mullally (Foto oben) gestanden hätte. Mullally tritt in wenigen Wochen ihr Amt als Erzbischöfin von Canterbury und damit auch als Ehrenoberhaupt der anglikanischen Gemeinschaft an.
Auf die Frage, ob die GAFCON Mullally als Oberhaupt der anglikanischen Kirche anerkenne, erklärt der Sprecher Justin Murff: "Die anglikanische Gemeinschaft erkennt Erzbischof Laurent Mbanda als ihren Vorsitzenden an. Sarah Mullally ist die Erzbischöfin von Canterbury". Mullaly ist als Erzbischöfin von Canterbury das Oberhaupt der Church of England und damit automatisch als primus inter pares auch das Ehrenoberhaupt der anglikanischen Gemeinschaft.
Die Wahl eines möglichen konkurrierenden Vorsitzenden bei dem Treffen der Gruppe in Nigerias Hauptstadt Abuja wurde in der anglikanischen Kirche zuvor viel diskutiert und als Vertiefung der Spaltung in der anglikanischen Gemeinschaft gesehen. Die Frage nach dem Umgang mit verschiedenen Streitpunkten zwischen den Teilkirchen soll im Juni auf einer Konferenz im britischen Belfast diskutiert werden. (ayo)
