Katholisch sein bedeutet Antirassismus und Weltbürgertum
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Klar. Grau. Meistenorts sind es biodeutsche Katholikinnen und Katholiken, oftmals im sechsten, siebten oder achten Lebensjahrzehnt, die den Großteil der Arbeit in den Gemeinden schultern. Doch zugleich wächst ein Trend der Erneuerung und Verjüngung. Immer mehr Christen finden in den katholischen Gemeinden eine Heimat.
In den Großstädten wie Köln, Stuttgart oder Frankfurt besteht mittlerweile rund ein Drittel der Gemeinden aus Menschen, die in ihrer Kindheit nicht in deutscher Umgebung aufgewachsen sind. In den mittelgroßen Städten sind es 16 bis 17 Prozent. Insgesamt sind rund vier Millionen der insgesamt rund 19 Millionen Katholiken in Deutschland Mitbürger anderer Muttersprache.
In der Alltagskultur entwickeln die Gemeinden mittlerweile längst Erfahrungen in gelebtem Miteinander, Pluralismus und Toleranz. Diesen Schatz an praktischer Offenheit braucht die Gesellschaft. Doch unter den Mitchristen aus, Polen, Afrika, den portugiesisch und spanisch sprechenden Teilen der Erde, aus Indien und den Philippinen lebt die Sorge, die durch rechtsaußen Lautsprecher geschürt wird, wenn die von Remigration, Ausgrenzung und Ausländerhass dahertönen.
Umso wichtiger bleibt das wiederholt bekräftigte, einmütig beschlossene Wort der deutschen Bischöfe "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar".
Katholisch sein bedeutet Antirassismus und Weltbürgertum. Doch in der Alltagsroutine sieht man nicht selten die Buntheit und Vielfalt zu wenig. Das fängt oben in der Kirche an. Wann gibt es Weihbischöfe oder Bischöfe mit Migrationshintergrund? Und wann werden die vier Millionen Menschen aus dem Ausland im Zentralkomitee der deutschen Katholiken angemessen vertreten?
Der Autor
Thomas Seiterich ist Ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift "Publik-Forum".Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.
