KDFB enttäuscht über Diakoninnen-Frage in Frauenstudie des Vatikans

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) kritisiert fehlende neue Perspektiven und Erkenntnisse für das Diakonat für Frauen im Abschlussbericht der Studiengruppe zur Rolle der Frau der Weltsynode. "Der Bericht zeigt deutlich, was wir schon lange wissen: Die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche drängt", erklärte Regina Heyder, Vorsitzende der Theologischen Kommission der KDFB, in einer Mitteilung vom Montag. Diese Selbstkritik sei zwar ein wichtiges Signal und ein notwendiger Schritt im synodalen Lernprozess. Jedoch stehe in dem Bericht auch, dass die Zeit für Diakoninnen noch nicht reif sei. "Dieses Ergebnis ist besonders enttäuschend und zur Genüge widerlegt. Auf der Synode wurde intensiv über das Diakonat der Frau diskutiert", hebt Heyder hervor. Die Debatte müsse weitergeführt werden. Dafür spreche auch, dass Papst Franziskus Frauen in Führungsämter der römischen Kurie erhoben hat. Auch Papst Leo XIV. führt diese Praxis fort.
Der Vatikan veröffentlichte vergangenen Dienstag den Bericht mit dem Titel "Die Teilhabe von Frauen am Leben und an der Leitung der Kirche". Der Text benennt strukturelle Ursachen für die Entfremdung von Frauen von der Kirche und sagt sich von Geschlechterstereotypen los. Dazu gehöre, Frauen nicht nur über ihre Mütterlichkeit, Fürsorge oder Zärtlichkeit zu definieren, sondern ihre Bedeutung in Leitungspositionen anzuerkennen. Insgesamt empfiehlt die Studiengruppe, die "Frauenfrage" als ein "Zeichen der Zeit" zu sehen und ihre Mentalität zu ändern. Die Studie wurde von Papst Franziskus während der Weltsynode (2023/24) in Auftrag gegeben. (ayo)