Koch: Zersplitterte Kirche kein Werkzeug für Einheit der Christen
Aus Sicht von Kurienkardinal Kurt Koch ist die Einheit aller Christen untrennbar mit der Einheit innerhalb der katholischen Kirche verbunden. "Die katholische Kirche kann der Einheit der Christen nur dann glaubwürdig dienen, wenn sie diese Einheit zuvor in ihrem Inneren erlebt hat", sagte der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen in einem Interview mit dem spanischsprachigen Portal "Religión Confidencial" (Dienstag). "Wäre die Kirche eine zersplitterte Einheit, könnte sie kein Zeichen und kein Werkzeug der Einheit der Christen und des Friedens in der Welt sein." Gleichwohl sei sein Dikasterium dafür zuständig, die Einheit unter allen Christen anzustreben, die nicht in Gemeinschaft mit dem Papst stünden. Für die Einheit innerhalb der Kirche seien die Diözesanbischöfe und der Papst zuständig.
Koch betonte weiter, dass ein authentischer ökumenischer Dialog nur stattfinden könne, "wenn eine Überzeugung von der Wahrheit auf eine andere trifft und ein Austausch zwischen beiden stattfindet". So könnten sich beide Positionen bereichern und die Wahrheit des christlichen Glaubens vertiefen. "Wahre Ökumene ist eine Frage des Glaubens, nicht fragwürdiger Kompromisse", betonte der Kardinal. "Ohne die Wahrheit des Glaubens kann es daher keine Einheit geben." Die Einheit könne nur im apostolischen Glauben wiederentdeckt werden, "genauer gesagt in dem Glauben, der jedem neuen Glied des Leibes Christi in der Taufe geschenkt wird".
Angesprochen auf die unerlaubten geplanten Bischofsweihen der Piusbruderschaft und einem damit verbundenen möglichen Schisma erklärte Koch, das sein Dikasterium dafür nicht zuständig sei. "Was die Priesterbruderschaft betriff, so hoffe ich jedoch, dass sie diese Einheit sucht und lebt und jegliches Schisma vermeidet", so der Kardinal. "Aber auch dieser Dialog gründet auf der Wahrheit des katholischen Glaubens." (cbr)
