Tück: Religiöse Gleichgültigkeit zentrale Herausforderung für Kirche

Der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück sieht in religiöser Gleichgültigkeit ein Problem für die Kirche. Im Podcast "Communicatio" der Zeitschrift "Communio" sagte Tück: "Atheisten sind Leute, die klar sagen, es ist klar, dass Gott nicht existiert. Apatheisten sind Leute, die sagen, es ist mir völlig gleichgültig, ob Gott existiert oder nicht. Er spielt für meine Lebensführung keine Rolle." Gerade diese Gleichgültigkeit stelle eine Herausforderung für die Kirche dar. "Die Herausforderung ist die, dass es keine Resonanzflächen gibt", so Tück. Religiös Gleichgültige seien "zunächst nicht ansprechbar".
Demgegenüber könne selbst der Atheismus produktiv sein. Tück verweist auf eine Aussage des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper: "Ein echter, waschechter Atheist ist eigentlich ein Glücksfall für einen Theologen." Denn: "Hier wird Gott bestritten und dadurch, dass er bestritten wird, auch noch mal präsent gehalten."
Daher wendet sich Tück gegen eine resignative Haltung der Theologie. Die Aufgabe der Kirche bestehe weiterhin darin, "die Sinnangebote des Glaubens kreativ und gut und adressatensensibel einzuspielen". Die Annahme, dass der Mensch auf Transzendenz hin angelegt sei, sei weiterhin tragfähig. Es wäre eine "falsche Schlussfolgerung", diese Perspektive vorschnell aufzugeben. (KNA)