Fotos zeigen späteren Pontifex bei Pachamama-Ritual

Ex-Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Götzendienst-Vorwürfe

Veröffentlicht am 24.03.2026 um 09:42 Uhr – Lesedauer: 

Madrid ‐ Die Erdmutter "Pachamama" hat schon Papst Franziskus Vorwürfe des Götzendienstes eingebracht – nun trifft es auch Leo XIV.: Aus seiner Missionarszeit sind Bilder aufgetaucht. Ein Ex-Bischof aus Peru verteidigt ihn.

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Der ehemalige peruanische Bischof Reinhold Nann nimmt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe der Götzenverehrung in Schutz. Die in traditionalistischen Kreisen aufgetauchten Fotos von einem Kongress im Jahr 1995, auf denen der spätere Papst zu sehen ist, zeigen laut dem deutschstämmigen Bischof eine interreligiöse Zeremonie, bei der ein Vertreter eines Andenvolkes der Erde ein Opfer darbringt, schreibt Nann in seinem Blog bei "Religión Digital". "Ich kann weder bei Prevost noch bei einem der Anwesenden eine Verehrung der Pachamama als Göttin erkennen", betont er.

Nann betonte in seiner Verteidigung des Papstes, dass es sich bei den auf den Fotos gezeigten Handlungen nicht um Anbetung handle. Er verglich die Handlung mit Heiligenverehrung: "Die Erde als 'Wesen mit Seele' zu respektieren bedeutet, sie weiterhin als Geschöpf Gottes anzuerkennen. Die Pachamama ist die Erde oder, besser gesagt, die Seele der Erde. Deshalb können wir mit ihr sprechen, so wie wir mit den Heiligen sprechen. Wir können vor ihr niederknien, wie vor den Heiligen. Immer dann, wenn wir sie als Geschöpf und nicht als Göttin betrachten."

Schon Franziskus sorgte mit der "Pachamama" für Aufregung

Die Fotos stammen von einem Kongress über Ökologie und Theologie in Brasilien und sind erst jetzt bekannt geworden. Verschiedene traditionalistische Medien sehen darin einen Beweis, dass der heutige Papst Leo XIV. zu seiner Zeit als Augustinerpater an synkretistischen Ritualen teilgenommen habe und bezweifeln damit seine Rechtgläubigkeit. Bekannt wurde die Figur der "Pachamama" im Pontifikat von Papst Franziskus, der eine Figur im Rahmen der Amazonas-Synode nach Rom geholt hatte. Schon damals gab es massive Proteste traditionalistischer Kreise bis hin zu Vandalismus in einer römischen Kirche.

Die "Pachamama" ist die Personifikation der Erdmutter, die in verschiedenen indigenen Völkern der Anden verehrt wird. Allerdings wird sie von den Indigenen eher abstrakt wahrgenommen, Figuren von ihr kommen bei den Einheimischen des Amazonas nur sehr selten vor. Die Identifizierung der "Pachamama" mit einer Frau entstand erst durch den Einfluss der spanischen Kolonisten und die Vermischung des "Pachamama"-Konzepts mit der katholischen Marienverehrung.

Der aus dem Erzbistum Freiburg stammende Nann war von 2017 bis 2024 Prälat der Territorialprälatur Caravelí in Peru. 2017 wurde er zum Bischof geweiht. Er trat von seinem Amt vor Erreichen der Altersgrenze zurück. Nachdem er zunächst gesundheitliche Gründe dafür angegeben hatte, teilte er im Jahr darauf mit, dass er seine geistlichen Ämter aufgegeben und in Peru bürgerlich geheiratet habe. (fxn)