Nach Ernennung durch Papst Leo XIV.

Amtsbrüder gratulieren neuem Münsteraner Bischof Wilmer

Veröffentlicht am 26.03.2026 um 15:54 Uhr – Lesedauer: 

Münster ‐ Von Hildesheim nach Münster: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, wird neuer Bischof der größten Diözese Deutschlands. Dazu gratulieren ihm deutsche Bischöfe und Kirchenvertreter.

  • Teilen:

Von vielen Seiten gibt es Gratulationen für den neuen Münsteraner Bischof Heiner Wilmer. Mehrere Bischöfe melden sich zu Wort, auch Wilmers bisheriges Bistum Hildesheim. Für die Bischofskonferenz, deren Vorsitzender Wilmer seit Ende Februar ist, gratuliert sein Stellvertreter Michael Gerber. Vor Wilmer liege eine große Aufgabe, für die er dem Bischof viel Kraft wünsche, schrieb Gerber am Donnerstag laut Mitteilung der Bischofskonferenz.

Der Fuldaer Bischof erinnerte in dem Schreiben an die doppelte neue Aufgabe, die auf den Ende Februar zum Vorsitzenden der Konferenz gewählten Wilmer zukomme. "Aber ich bin mir sicher, dass Du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor Dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst", so Gerber.

Gerber: Wilmers Grundhaltung ist ein großer Schatz

Wilmers tiefe geistliche Grundhaltung sei ein großer Schatz, der seinen Weg im Bistum Münster und der Bischofskonferenz entscheidend prägen werde. Er sei den Herausforderungen als Bischof von Hildesheim wie der Bewältigung der Corona-Pandemie und dem Umgang mit sexuellem Missbrauch mit Umsicht und Weitsicht begegnet. "Ich bin mir sicher, dass Du genau mit diesem Blick die Aufgaben angehen wirst", so Gerber. Papst Leo XIV. ernannte den 64-jährigen Wilmer am Donnerstag zum neuen Bischof von Deutschlands mitgliederstärkstem Bistum Münster. Das gaben der Vatikan und die Diözese am Mittag bekannt. In Münster sprach Wilmer im vollbesetzten Dom zu den Gläubigen des Bistums.

Der Hildesheimer Generalvikar Martin Wilk dankte dem scheidenden Hildesheimer Bischof für sein Engagement für das Bistum: "In den vergangenen Jahren hat er unser Bistum in herausfordernden Zeiten mit Klarheit, geistlicher Orientierung und großer Verantwortung begleitet." Er warf zugleich einen Blick auf die nun vor dem Bistum liegende Zeit bis zur Wahl und Ernennung eines neuen Bischofs. Weihbischof Martin Marahrens dankte Wilmer ebenfalls und bezeichnete seine "unkomplizierte Nähe zu den Menschen" als besonders wertvoll.

Erzbischof Heße: Doppelte Verantwortung für Wilmer

"Mit großer Freude habe ich die Ernennung von Heiner Wilmer zum Bischof von Münster aufgenommen", erklärte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Auch er verwies auf die nun doppelte Verantwortung Wilmers. Der Dienst als Vorsitzender der Bischofskonferenz erfordere in dieser Zeit eine besondere Orientierung. "Ich bin überzeugt, dass er beide Aufgaben mit großer Umsicht und klarem Blick wahrnehmen wird", so Heße, der auch auf das Nachbarbistum Hildesheim blickte, das einen guten Bischof verliere.

Bischof Michael Gerber steht in der Fuldaer Michaelskirche
Bild: ©Bistum Fulda / Burkhard Beintken

Vor Wilmer liege eine große Aufgabe, für die er dem Bischof viel Kraft wünsche, schrieb Gerber am Donnerstag laut Mitteilung der Bischofskonferenz.

Der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, zeigt sich überzeugt, dass Wilmer in Münster schnell heimisch werde: "Mit seinem emsländischen Naturell wird er sich im Bistum Münster gewiss schnell zu Hause fühlen. Schließlich liegt sein Elternhaus nur gut 60 Kilometer von seiner neuen Kathedralkirche entfernt." Overbeck war im Vorfeld selbst als aussichtsreicher Kandidat auf das Amt gehandelt worden.

"Berufung nach Münster mehr als ein Ortswechsel"

Aus Paderborn meldete sich Erzbischof Udo Bentz zu Wort. Die Berufung Wilmers nach Münster sei nicht einfach ein Ortswechsel, sondern eine echte neue Berufung. Er müsse sich als Hirte einer neuen Herde neu auf die Menschen einlassen –"anders als bisher und doch mit Deinem unverwechselbaren Profil". Wilmer sei vertraut, "in schwierigen Gewässern" konkrete Lenkungs- und Leitungsverantwortung wahrzunehmen, schrieb Bentz.

Glück- und Segenswünsche kamen auch aus dem Nachbarbistum. Der Osnabrücker Bischof Dominicus Meier schrieb: "Der neue Bischof von Münster stammt aus dem Bistum Osnabrück – viel besser kann man die nachbarliche Verbundenheit zwischen unseren Bistümern nicht ausdrücken." Darüber hinaus betonte er viele Anknüpfungspunkte und Begegnungen in der Metropolie der Bistümer von Hamburg, Hildesheim und Osnabrück.

"Gutes Gespür für die anstehenden Entscheidungen"

Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gratulierte Heiner Wilmer zur Ernennung. Für das neue Amt wünscht er ihm "Zuversicht und Kraft für alles, was in diesem neuen Dienst vor ihm liegt". Der Diözesanadministrator des Bistums Eichstätt, Alfred Rottler, freut sich über die Personalentscheidung des Papstes: "Es passt sehr gut, dass Heiner Wilmer als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz nun eines der größten deutschen Bistümer übernimmt. Ich kenne ihn ja auch persönlich und ich wünsche ihm viel Kraft, ein gutes Gespür für die anstehenden Entscheidungen und Gottes Segen."

Für den Würzburger Bischof Franz Jung war die Ernennung von Wilmer zum neuen Bischof von Münster "eine große Überraschung". Er kenne ihn schon seit langer Zeit und freue sich über Wilmers Bereitschaft, diese neue Aufgabe anzugehen – "zusätzlich zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz". (mtr/KNA)