Nicht von Angst und Misstrauen lähmen lassen

Erste Osternacht als Papst: Leo XIV. sendet Friedensbotschaft

Veröffentlicht am 05.04.2026 um 09:24 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Aus der Dunkelheit ins Licht: Leo XIV. verbindet die alte Feier der Osternacht mit einem aktuellen Ruf nach Einheit und Frieden. In der feierlichen Zeremonie nahm er zudem zehn Personen in die katholische Kirche auf.

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Papst Leo XIV. hat am Samstagabend seine erste Osternacht als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken gefeiert. In der Zeremonie gedenkt die Kirche der Auferstehung Jesu von den Toten nach seinem Tod am Kreuz. Die Feier wird als "Mutter aller Vigilien" bezeichnet, also der Nachtwachen vor hohen kirchlichen Festen, und ist die älteste in der christlichen Tradition.

Eingeleitet wurde die Osternacht mit der Lichtfeier, in der das Licht der an einem Feuer entzündeten Osterkerze unter den Gottesdienstteilnehmern weitergegeben wurde. "Das ist das Zeichen des österlichen Lichts, das uns in der Kirche als Lichter für die Welt vereint", sagte Leo XIV. in seiner Predigt. Er bat die Gläubigen, in dieser Nacht von der Basilika aus aufzubrechen, um allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden sei. Mit seiner Kraft könnten sie eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten. Damit beauftragte Leo XIV. auch die zehn Personen aus verschiedenen Teilen der Welt, die während des Gottesdienstes getauft wurden.

Nicht von Ungerechtigkeit und Krieg lähmen lassen

Der Papst rief dazu auf, sich nicht lähmen zu lassen von Misstrauen, Angst, Egoismus und Groll. Die Bande zwischen ihnen dürften nicht zerbrechen durch Krieg, Ungerechtigkeit sowie die Abschottung von Völkern und Nationen. Er mahnte, die vielen Männer und Frauen zum Vorbild zu nehmen, die im Laufe der Jahrhunderte mit Gottes Hilfe Gutes vollbracht hätten – auch unter Einsatz ihres Lebens.

"Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen und machen wir uns in dieser heiligen Nacht ihr Engagement zu eigen, damit überall und immer auf der Welt die österlichen Gaben der Eintracht und des Friedens wachsen und gedeihen", sagte das Kirchenoberhaupt.

Ostersonntag mit politischer Botschaft

Nach der Ostermesse auf dem mit Blumen reich geschmückten Petersplatz wird Leo XIV. am Sonntagmittag den päpstlichen Segen "Urbi et orbi" von der Mittelloggia des Petersdoms spenden. Die Ansprache dazu ist üblicherweise mit einer politischen Botschaft für Frieden und Versöhnung verbunden. Zudem erinnert sie an die vielen aktuellen Krisen und Konflikte weltweit.

Im vergangenen Jahr war der Ostersegen der öffentliche Auftritt von Papst Franziskus (2013–2025). Schwer von Krankheit gezeichnet, absolvierte er anschließend noch eine Fahrt im Papamobil, um die Menschen auf dem Petersplatz zu grüßen. Am Morgen des Ostermontag (21. April) starb Franziskus im Alter von 88 Jahren. Sein Nachfolger Leo XIV. wurde am 8. Mai 2025 gewählt. (KNA)