Tebartz-van Elst schließt Rückkehr nach Deutschland nicht aus

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schließt eine Rückkehr nach Deutschland nicht aus – wenn es der Papst will. "Der entscheidet das, nicht ich", sagte der ehemalige Limburger Bischof in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Er sei in allem, was auf ihn zugekommen sei, immer gut beraten gewesen, der Stimme der Kirche zu folgen: "Ich gehe dahin, wo ich hingeschickt werde."
Die Umstände seines Rücktritts im Zuge des Limburger Finanzskandals 2014 spielen heute für Tebartz-van Elst keine große Rolle mehr. Die Jahre seither seien eine lange Zeit. "Es verblasst immer mehr. Ich denke gar nicht viel darüber nach, weil mein Blick nach vorn geht, nicht nach hinten." Bis heute stehe er zu dem, was er 2013 gesagt habe: "Wo ich Sie enttäuscht und verletzt habe, bitte ich um Verzeihung und Nachsicht." Das habe er aufrichtig und von ganzem Herzen gesagt: "Wiederholungen werden diejenigen nicht überzeugen können, die mir nicht glauben, und durch Wiederholung wird das Gesagte nicht wahrer."
Guter Eindruck von Wilmer
Den Führungswechsel in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bewertet der ehemalige Limburger Bischof positiv. Er habe die erste Pressekonferenz des neuen DBK-Vorsitzenden Heiner Wilmer verfolgt, der sie mit den Worten "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden" eröffnet hatte. "Da habe ich gedacht: Sie haben den Richtigen gewählt. Darum geht es doch: Dass wir wirklich von dem sprechen, was uns als Christen das Alleinstellungsmerkmal verleiht, von unserem Glauben. Und das heißt vor allem: von unserem Glauben an die Auferstehung."
Dass mit Wilmer ein Bischof an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt wurde, der italienisch spricht, sei ein gutes Zeichen. "So kann er die Anliegen der Deutschen auch hier in Rom entsprechend zur Geltung bringen. Man muss die Sprache kennen, sonst sind Sie hier in Rom abgehängt."
Franz-Peter Tebartz-van Elst war von 2008 bis 2014 Bischof von Limburg. Im Oktober 2013 wurde er durch den Heiligen Stuhl von seinen Pflichten als Bischof entbunden, im März 2014 wurde sein Rücktritt angenommen. Vorausgegangen war ein monatelanger Skandal über ausufernde Kosten für das neue Limburger Bischofshaus. Mitarbeiter des Bistums hatten zudem über eine schlechte Arbeitsatmosphäre unter starkem Druck geklagt. Im Dezember 2014 ernannte Papst Franziskus den habilitierten Pastoraltheologen Tebartz-van Elst zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung mit Zuständigkeit für die Katechese. 2022 wurde dieser Rat im Zuge der Kurienreform in Dikasterium für die Evangelisierung eingegliedert. Nach seinem Rücktritt war er lange Jahre nicht mehr im Bistum Limburg. (fxn)