"Völlig unangemessen und respektlos"

Bischof Barron fordert Entschuldigung nach Trump-Angriff auf Papst

Veröffentlicht am 13.04.2026 um 14:42 Uhr – Lesedauer: 

Winona ‐ Donald Trumps Verbal-Attacke auf Papst Leo XIV. sorgt für viel Wirbel. Nun meldet sich auch der als Trump-nah geltende Bischof Robert Barron zu Wort – und geht auf Distanz zum US-Präsidenten.

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Bischof Robert Barron hat Präsident Donald Trumps Äußerungen auf "Truth Social" über Papst Leo XIV. als "völlig unangemessen und respektlos" kritisiert. In einem X-Post schrieb er am Montag, Trumps Statements trügen nicht zu einem konstruktiven Dialog bei.

Der in den USA weithin bekannte Bischof des Bistums Winona-Rochester in Minnesota gilt als Trump-Freund. So erklärte er auch, er sei "dankbar für die vielfältigen Wege, auf denen die Trump-Regierung auf Katholiken und andere gläubige Menschen zugegangen" sei. "Dennoch denke ich, dass der Präsident dem Papst eine Entschuldigung schuldig ist", schrieb Barron.

Der Bischof betonte, der Papst habe das Recht, "die katholische Lehre und die Grundsätze, die das moralische Leben leiten, zu formulieren". Über die konkrete Anwendung dieser Grundsätze könnten Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Weiter schrieb Barron: "Ich würde ernsthaften Katholiken innerhalb der Trump-Regierung – Minister Rubio, Vizepräsident Vance, Botschafter Brian Burch und anderen – wärmstens empfehlen, sich mit Vertretern des Vatikans zu treffen, damit ein echter Dialog stattfinden kann. Dies ist den Äußerungen in den sozialen Medien bei weitem vorzuziehen."

Leo reagiert

Trump hatte in der Nacht auf Montag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, Leo XIV. sei "SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik". Der amerikanische Präsident warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner "laschen" Haltung zu schaden: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker".

Inzwischen hat Papst Leo XIV. die Kritik vor Journalisten zurückgewiesen: "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums." Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums."

Barron war im Juli 2025 in Münster mit dem Josef-Pieper-Preis ausgezeichnet worden. Barron erreiche über die Sozialen Medien auch Menschen, die bislang keine Berührungspunkte mit dem katholischen Glauben hatten, sagte der Passauer Bischof Stefan Oster in seiner Laudatio. Kritiker werfen Barron eine Nähe zu Rechtspopulisten und die Ausgrenzung queerer Menschen vor. (KNA)