Bischöfe erhöhen Hostienpreise – um Klöstern zu helfen

In der Schweiz müssen Pfarreien seit April mehr für Hostien bezahlen. Wie das Portal "kath.ch" berichtet, hat die Schweizer Bischofskonferenz neue Richtpreise für Oblaten festgelegt. Grund dafür sind gestiegene Produktionskosten. Zugleich haben die Bischöfe die Pfarreien und Gemeinschaften ausdrücklich dazu aufgerufen, ihre Hostien bei klösterlichen Produzenten im Inland zu beziehen. Die Ordensgemeinschaften erhielten keine Kirchensteuereinnahmen: "Daher ist die Hostienproduktion für sie eine lebenswichtige Einnahmequelle." Derzeit stellen zehn Frauenklöster in der Schweiz Hostien her.
Für 100 kleine Laienhostien werden nun 8,30 Franken (9 Euro) fällig (zuvor 7,50 Franken, rund 8 Euro), während die gleiche Zahl größerer Priesterhostien nun 31 Franken kosten (rund 33,60 Euro; zuvor 28 Franken, rund 30 Euro). Zuletzt waren die Richtpreise im Jahr 2020 angehoben worden; seither sind die Produktionskosten weiter gestiegen.
Während einige Klöster die neuen Preise bereits umsetzen, bleibt ein Kloster im Wallis bewusst günstiger. Das Bernhardinerinnenkloster Collombey-Muraz VS will die neuen Richtpreise zumindest vorerst nicht anwenden. "Wir verkaufen 100 Hostien immer noch zum Preis von sieben Franken", zitiert "kath.ch" Schwester Marie-Paul Mermoud. Man wolle vermeiden, dass Kunden künftig Hostien in Italien oder Polen bestellen, wo die Produktion deutlich günstiger ist. Laut Bericht ist der Hostienabsatz in der Schweiz aufgrund sinkender Gottesdienstbesuche und Konkurrenz aus dem Ausland in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken. (KNA)