Ex-Fußballstars um Ailton wirbeln bei Benefizspiel gegen Vatikanteam

Ein WM-Teilnehmer, jede Menge ehemalige Bundesligastars – beim Benefizspiel einer Weltauswahl gegen die vatikanische Nationalelf stand am Freitagabend im Dillinger Donaustadion geballte Prominenz auf dem Platz. Der brasilianische "Kugelblitz" Ailton, Torschützenkönig der Bundesliga von 2004, wirbelte wie in alten Zeiten und traf mehrfach. 90 Minuten nach dem Anstoß durch Augsburgs Bischof Bertram Meier stand es 7:1 für die Ex-Profis gegen die Vatikantruppe.
Der Vereinsvorstand des SSV Dillingen, Christoph Nowak, klang am Telefon fast bedauernd, als er im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bilanzierte: "Das Team aus dem Vatikan ist ein bisschen verprügelt worden." Vor einem Jahr sei er mit einer sogar noch besser besetzten internationalen Auswahl in Rom gewesen und habe dort gegen die Kicker aus der Schweizergarde, dem Vatikanmuseum und dem päpstlichen Sicherheitsdienst verloren. "Also die Jungs dort, die können schon gut kicken", zeigte er Respekt.
"Alle hatten ein Strahlen in den Augen"
750 Zuschauer ließen sich das Spektakel nicht entgehen. Im normalen Spielbetrieb muss der örtliche Kreisligist froh sein, wenn einmal 100 Leute kommen. "Alle, die da waren, hatten ein Strahlen in den Augen", sagte Nowak. Das zähle für ihn. "Die Kinder, die Autogramm- und Selfiejäger sind bedient worden." Über allem sei "ein guter Geist" spürbar gewesen. Und: Nach dem "coolen Event" könnten rund 5.000 Euro Reinerlös an den Verein "Olis Kinderwelt" von Nationaltorwart Oliver Baumann und die Stiftung "Hilfe für kranke Kinder" überwiesen werden.
Beruflich rüstet Nowak Fußballtorhüter mit maßgeschneiderten Handschuhen aus, vom Amateurbetrieb bis zur Champions League. Die Kontakte aus dem Geschäft ermöglichten es ihm, bekannte Namen aus dem internationalen Fußball in die bayerische Provinz zu lotsen. Keiner habe eine Antrittsprämie verlangt. "Es war nicht die schlechteste Idee in meinem Leben, muss ich sagen", sagt der Organisator stolz.
Der Augsburger Bischof Bertram Meier war Schirmherr der Veranstaltung.
Insgesamt neun ehemalige Nationalspieler standen auf dem Platz: Tim Wiese (Deutschland), Halil Altintop und Volkan Yaman (Türkei), Karim Matmour (Algerien), Slobodan Komljenovic (Serbien), Andreas Ibertsberger (Österreich), Maximilian Nicu (Rumänien), Alexander Fanerud (Schweden) und Moustapha Salifou, der 2006 mit Togo an der WM in Deutschland teilnahm. Der ehemalige FIFA-Referee und zweifache Weltschiedsrichter Felix Brych musste weder gelbe noch rote Karten verteilen.
Nowak, der das Benefizspiel ehrenamtlich gestemmt hat, sagt, das habe alles großen Spaß gemacht. Aber er brauche jetzt erst einmal eine Pause, "einen Energydrink und eine Zigarette". Flüge während des Lufthansastreiks nachts umzubuchen, das sei alles nicht ohne gewesen. Die Leute hätten ihm angesehen, dass er in den letzten Tagen nicht viel geschlafen habe. Ob es zu einer Revanche kommt, lässt er offen.
Bischof Meier tröstet die Verlierer
Bischof Meier hatte für die Verlierer aus dem Vatikan einen Trost parat. "Auch wenn die Mannschaft mit den Ex-Profis das Spiel ergebnistechnisch gewonnen hat, seid auch ihr Sieger", sagte er auf Italienisch. "Ihr habt nämlich die Sympathie aller sicher, die euch zugeschaut haben."
Auch in der Grußbotschaft von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als Schirmherr der Begegnung stand nicht das Sportliche im Vordergrund: "Hier wird Gemeinschaft gelebt, hier finden die christlichen Werte, die das Fundament des Zusammenlebens in Bayern bilden, tatkräftigen Ausdruck."