"Zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe"

Hubertus Heil erwartet von Kirchen Engagement gegen Vertrauensverlust

Veröffentlicht am 18.04.2026 um 15:38 Uhr – Lesedauer: 

Berlin ‐ SPD-Politiker Hubertus Heil wünscht sich "eine lautere Kirche", die nicht zu gesellschaftlichen Debatten schweige. Kirchen und Politik müssten konkrete Vorstellungen von einer guten Zukunft geben, sagte eine andere Rednerin.

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Der SPD-Politiker Hubertus Heil hat die Kirchen zu mehr Engagement angesichts eines zunehmenden Vertrauensverlusts in der Gesellschaft aufgefordert. Trotz der zunehmenden Säkularisierung in Deutschland komme den Kirchen eine "zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu", sagte der religionspolitische Sprecher der SPD im Bundestag beim "Forum Kirche und Politik" der Partei am Freitag in Berlin.

"Ohne Vertrauen ist die Demokratie in Gefahr", sagte der ehemalige Arbeitsminister. Daher wünsche er sich "eine lautere Kirche", die nicht zu gesamtgesellschaftlichen Debatten schweige. Denn "eine stumme Kirche ist eine dumme Kirche", sagte er erneut.

Vertrauen brauche konkrete Vorstellungen

Die Schriftstellerin Nora Bossong, die Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist, hob hervor, dass Vertrauen nur dann entstehe, wenn sich die Menschen wieder vorstellen könnten, wie "ein gutes Morgen" aussehen könnte. Es reiche nicht aus, nur von Zuversicht zu sprechen. Kirche und Politik müssten den unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen konkrete Vorstellungen von einer guten Zukunft geben.

Konkrete Vorschläge, um das gesellschaftliche Vertrauen zu stärken, lieferte der evangelische Theologe Peter Dabrock. Um die Demokratie zu stärken, dürften zivilgesellschaftliche Organisationen nicht geschwächt werden, sagte das ehemalige Mitglied im Deutschen Ethikrat. Er forderte die Kirche auf, auf lokaler Ebene aktiv zu werden. "Das ist der beste Resilienzfaktor" und ein "Gegengift" gegen den Vertrauensverlust, sagte er. (mal/epd)