Warum ein Priester eine Woche lang Kippa trug

Der Meraner Dekan Mario Gretter hat aus Solidarität mit jüdischen Menschen eine Woche lang eine Kippa getragen. Wie der ORF am Dienstag berichtete, reagierte der Priester damit auf einen Übergriff gegen einen jüdischen Mann in Rom. Gretter wertete den Vorfall als Warnsignal. Wenn Menschen allein wegen eines religiösen Symbols auf offener Straße attackiert würden, sei das zutiefst besorgniserregend, sagte er.
Während der Aktionswoche ging Gretter seinen Aufgaben als Priester unverändert nach. Auf die Kopfbedeckung hätten Passanten unterschiedlich reagiert: Einige hätten überrascht geschaut, andere das Gespräch gesucht. Daraus seien auch Diskussionen über den Hintergrund der Aktion entstanden.
Nach ersten Medienberichten habe es zudem kritische Stimmen gegeben. Dem Vorwurf, er engagiere sich nur für bestimmte Gruppen, widersprach Gretter. Der Fall verweise aus seiner Sicht auf ein umfassenderes gesellschaftliches Problem: einen zunehmend raueren Umgangston. Er hoffe auf mehr Dialog über Antisemitismus und ein respektvolles Miteinander. (KNA)