Rom-Baum von Kardinal Marx nach Diebstahl wohlbehalten angekommen
Der aktuell wohl umkämpfteste Baum Deutschlands ist wohlbehalten in Rom angekommen. Der Verein Moosmotor Schwaig zeigt die Ankunft des LKWs mit der wertvollen Last in Rom in einem Kurzvideo vom frühen Mittwochmorgen: "Ein weiterer Meilenstein für #romabavaria2026 ist gesetzt", kommentiert der Verein aus dem Landkreis Erding dazu in Sozialen Medien. Der Baum sei pünktlich um 5.00 Uhr in der Casa Santa Maria eingetroffen und abgeladen worden.
Allerdings war der Transport des Baums, den der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, bei dem Schwaiger Verein in Auftrag gegeben hatte, nicht so störungsfrei verlaufen wie geplant. Der Trachtenverein aus Nußdorf am Inn im Kreis Rosenheim hatte den "Römerbaum" zwischenzeitlich in Besitz genommen. Die Diebe veröffentlichten am Dienstag ein Video in Sozialen Medien, in dem sie mit dem Kommentar "Habemus Maiba" erläutern: "Mir ham heuer es hundertsechste Gaufest. Un wisst, was mir noch ham? A Maibaum vom Papst." Anschließend sieht man die Mitglieder des Trachtenvereins Nußdorf, wie sie um den gestohlenen Baum herum posieren.
Verhandlungen mit der Kirche
Moosmotor-Vorstand Michael Miesbauer sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), der Verein habe bezüglich der Nußdorfer eine vermittelnde Rolle eingenommen: "Wir haben unseren ersten Teil der Unterstützung geleistet, indem wir den Baum termingerecht auf dem Trailer verbracht haben und der ist unseren Informationen nach auch termingerecht angekommen."
Danach sei die Zuständigkeit für den Baum an die Stiftung Begegnungszentrum übergegangen. Denn Kardinal Marx schenkt den Schwaiger Baum dem Begegnungszentrum des Erzbistums München und Freising in Rom, der Casa Santa Maria. Auf Anfrage der KNA erklärte das Erzbistum, man werde sich zu dieser Thematik nicht äußern.
Klau oder nicht?
Die Aktion der Nußdorfer sei etwas schwierig einzuordnen: "Das ist ja ein sehr spezieller Baum und der Brauch ist nicht hundertprozentig eindeutig", sagt Miesbauer. Ob das ein Klau gewesen sei oder nicht, dürfe jeder für sich auslegen. Jedenfalls sei der Baum "pünktlich abgefahren und pünktlich angekommen – und dazwischen ist was passiert", so der Vereinsvorsitzende. Die Schwaiger kommen am 9. Mai wieder zum Einsatz: "Wir sind wieder am Zug, wenn wir mit unserer Mannschaft in Rom vor Ort sind und den Baum sicher aufstellen", sagte Miesbauer.
Vor dem Coup der Nußdorfer hatten sich bereits Maibaumdiebe aus Inningen am Ammersee an einem Baumdiebstahl versucht. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Die 35 Maibaumdiebe entwendeten zwar Anfang Mai in der Nähe von Schwaig einen 15 Meter langen Maibaum. Doch entpuppte der sich als Platzhalter: Damit auch nichts schiefgeht, wollten die Schwaiger das ganze Prozedere erst einmal mit einem Testbaum proben – was sonst nicht üblich ist. Inzwischen haben die Diebe des Test-Maibaums aus Inning die Beklauten zum Essen an den Ammersee eingeladen. (KNA)
