Papst-Schneider lobt Leo XIV. für Stil und Gelassenheit

Mit unbändiger Freude hat der Schneider der Päpste vor rund einem Jahr auf die Wahl von Robert Prevost reagiert. Im "Zeit"-Interview (Donnerstag) sagte Raniero Mancinelli: "Als beim 'Habemus Papam' sein Name fiel, habe ich vor Freude gebrüllt. Ich bin regelrecht explodiert." Er habe ihn schon vor der Wahl für einen guten Papst gehalten, erläutert Mancinelli: "Er ist einfach ein sehr ruhiger, gelassener und zugänglicher Mensch." Wenn er etwas bestellt habe, sagte Prevost: "Wenn die Soutanen fertig sind, ruf mich an, oder schicke mir eine SMS." Er habe die Sachen selbst abgeholt.
Aktuell müsse er bei Papst Leo XIV. nicht erneut Maß nehmen, sagt der Schneider, denn er habe seine Maße noch aus dessen Kardinalszeit: "Er hat seitdem weder abgenommen noch zugenommen." Weil Leo mit 70 Jahren für einen Papst noch "ziemlich jung" sei, werde er aber wahrscheinlich irgendwann nachmessen müssen. Schließlich könne er 20 Jahre im Amt bleiben. "Ob ich dann noch da bin, steht allerdings auf einem anderen Blatt", sagt der 88-jährige Mancinelli.
Papst Leo bevorzugt schlichte Eleganz
Dass mehrere Medien Papst Leo zu den bestgekleideten und stilvollsten Persönlichkeiten der Welt zählen, mache ihn froh und stolz, sagt Mancinelli. Als Kardinal habe Prevost keinerlei Sonderwünsche geäußert. Sein Stil sei klassisch. "Kein Luxus, kein Billigzeug. Schlichte Eleganz", so Mancinelli.
Dem kräftig gebauten Papst Franziskus, der sich viel bewegte, sei besonders wichtig gewesen, dass die Stoffe stabil waren und dass das Material nicht riss. Franziskus habe aber mit seinem einfachen Stil und seinen simplen Gewändern provoziert: "Die Stimmung im Klerus war gereizt: Die einen fanden das gut, die anderen waren skeptisch." Nun sei mit "Papa Leone" die Harmonie zurück: "Es herrscht nun mehr Gelassenheit, mehr Ruhe, was das Thema betrifft." Was der Papst trägt, sei stilprägend für die ganze Kirche. (KNA)