Traditionalistischer Mönch wohl tot im Meer aufgefunden

Die Leiche des vermissten Mönchs der traditionalistischen Transalpinen Redemptoristen wurde wohl gefunden. Laut der schottischen Polizei ist der bislang nicht identifizierte Tote am Mittwoch vor der Küste der Insel Stronsay aufgetaucht. Der Tote sei gegen 7.35 Uhr aus dem Wasser geborgen worden. Die Familie des vermissten Mönchs sei bereits informiert worden. Die Todesursache steht noch nicht fest.
Bei dem vermissten handelt es sich um den 24-jährigen Neuseeländer Justin E., der den Ordensnamen Bruder Ignatius trägt. Mitte April war er aus dem schottischen Inselkloster der Gemeinschaft verschwunden. Über den Verbleib des jungen Mannes war bis zum Fund der Leiche nichts bekannt. Die Behörden gingen bereits früh davon aus, dass er im Meer ertrunken ist, obwohl die Suche mit Polizeihubschraubern und -booten bis Mittwoch erfolglos blieb.
Die Diözese Aberdeen, auf dessen Gebiet das Kloster liegt, äußerte sich am Mittwoch zurückhaltend. "Solange das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen noch aussteht und die Ermittlungen sowie die Berichterstattung an die Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen sind, wäre es weder für mich noch für die Diözese angebracht, zum gegenwärtigen Zeitpunkt weitere Stellungnahmen abzugeben", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung von Bischof Hugh Gilbert.
Konfliktbehafteter Orden
Im vergangenen Oktober hatte sich der traditionalistische Orden von der "modernistischen Kirche" losgesagt. Dazu hatte das Generalkapitel einen offenen Brief veröffentlicht, in dem zentrale Aussagen des Lehramts von Papst Franziskus (2013–2025) zurückgewiesen wurden. Der Orden mit Niederlassungen in Schottland und Neuseeland befindet sich seit Monaten in einem Konflikt mit dem Bischof des neuseeländischen Christchurch, Michael Gielen. In der vergangenen Woche eskalierte der Orden den Streit weiter und erklärten, die Päpste seit Paul VI. nicht mehr anzuerkennen.
Die "Transalpinen Redemptoristen" wurden 1988 gegründet und waren zunächst eng mit der Piusbruderschaft verbunden. Nachdem Papst Benedikt XVI. 2007 die Feier der vorkonziliaren Liturgie als "außerordentliche Form des römischen Ritus" wesentlich erleichtert hatte, kehrte der Orden 2008 in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurück. 2012 wurde er als Ordensgemeinschaft diözesanen Rechts in der schottischen Diözese Aberdeen anerkannt, wo er sein Haupthaus hat. In Neuseeland ist die Gemeinschaft seit 2017 vertreten. (fxn)