Predigt-Causa: FPÖ-Chef Kickl kritisiert Kirchen
In der Causa rund um den Zwischenruf des FPÖ-Politikers Christoph Steiner bei der Predigt des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler hat sich nun auch der Bundesobmann der Partei, Herbert Kickl, zu Wort gemeldet. Wenn Kirchenvertreter "parteipolitische Statements abgeben und das noch dazu bei einer Predigt", dann machen sie sich zu einem "politischen Akteur", sagte Kickl laut einem ORF-Bericht am Donnerstag am Rande eines Medientermins am Wiener Flughafen. "Dann müssen sie sich auch gefallen lassen, dass sie von einem politischen Akteur kritisiert werden."
Kickl erklärte, die Zeiten seien "zum Glück lange vorbei, wo man die Kirche nicht kritisieren durfte". Man habe es heute mit einer "gewissen Abkapselung der Obrigkeit vom Kirchenvolk zu tun", so der FPÖ-Chef. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Corona-Zeit. "Ob das eine gute Entwicklung ist für die katholische Kirche, das wage ich zu bezweifeln."
Glettler wäre "besser grüner Politiker geworden"
Hintergrund für die Kritik ist die Predigt Glettlers beim Gauder Fest in Tirol am vergangenen Wochenende. Medienberichten zufolge soll Christoph Steiner diese mit einem lauten Zwischenruf gestört haben. Demnach rief der Politiker, Glettler wäre "besser grüner Politiker geworden". Steiner selbst dementierte, die Äußerungen laut gerufen zu haben. Er habe sie lediglich zu einer Sitznachbarin gesagt. Inhaltlich hielt er aber an seiner Kritik fest. Glettler habe 20 Minuten lang die FPÖ diskreditiert. "Das war der echte Skandal bei der Messe. Für mich als gläubiger und bekennender Katholik gehört parteipolitische linke Agitation nicht in eine Eucharistiefeier, das sollte der Bischof von Innsbruck verstehen und einsehen", so Steiner. Der Vorfall hatte für Kritik unter anderem von der ÖVP gesorgt.
Am Mittwoch hatte Steiner Glettler auf "Kaffee und Kuchen" eingeladen, um "ein gutes Gespräch zu führen. Und dann schauen wir mal, was herauskommt." Glettler selbst kündigte am Donnerstag an, Steiner treffen zu wollen. "Das Treffen ist als vertraulicher Austausch vorgesehen und findet ohne mediale Begleitung und Berichterstattung statt. Dass es dabei um die Klärung des Vorfalls vom Gauder Fest geht, liegt auf der Hand", teilte seine Diözese mit. (cbr)
