Hintergrund "Taufboom"

Schweizer Bischof warnt vor übergriffiger Glaubensvermittlung

Veröffentlicht am 09.05.2026 um 17:17 Uhr – Lesedauer: 

Lausanne ‐ Der Lausanner Bischof Charles Morerod fordert einen sensiblen Umgang mit Glaubenssuchenden. Menschen dürften nicht den Eindruck bekommen, "in einer Sekte geformt" worden zu sein.

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Angesichts steigender Zahlen von Menschen, die sich taufen oder firmen lassen wollen, warnt der Schweizer Bischof Charles Morerod vor geistlicher Vereinnahmung. Neue Gläubige sollten später nicht sagen müssen, man habe sie "in einer Sekte geformt", schreibt Morerod in seinem "Wort des Bischofs" (Mai).

Zugleich spricht der Bischof von einem "erfreulichen" Phänomen: Immer mehr Menschen entdeckten den Glauben. Viele hätten jedoch nur bruchstückhafte Kenntnisse des Christentums. Oft fehle ihnen die religiöse Sprache; andere könnten einzelne Glaubensinhalte nicht zu einem Ganzen zusammenfügen.

Die Kirche könne solche Menschen nicht mit fertigen Formeln abspeisen, betont Morerod. Vielmehr müsse sie den Glauben so verkünden, dass Menschen ihn aus ihrer eigenen Lebenswelt heraus verstehen und sich ihm frei anschließen könnten. Entscheidend seien persönliche Begleitung und die Achtung individueller Glaubenswege. (KNA)