Grenzzaun an Wallfahrtsort: Kirche wehrt sich gegen US-Regierung
Das Bistum Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico wehrt sich gegen die US-Regierung, die ein Wallfahrtsgelände beschlagnahmen und einen Grenzzaun darauf bauen will. "Eine Grenzmauer durch oder entlang dieses heiligen Ortes zu errichten könnte der religiösen und kulturellen Heiligkeit irreparablen Schaden zufügen, Pilgerwege behindern und einen heiligen Ort in ein Symbol der Spaltung verwandeln", schreibt die Diözese in einem Dokument, über das das US-Portal "National Catholic Reporter" am Dienstag berichtete. Das Land, um das es geht, liegt am Fuße des Cristo-Rey-Berges, auf dem eine neun Meter hohe Christusstatue aus den 1940er Jahren steht, zu der immer im Herbst etwa 40.000 Menschen pilgern.
Das US-Ministerium für Innere Sicherheit hatte Anfang des Monats mittels einer Enteignungsbefungis versucht, an das Grundstück zu kommen. Durch diesen rechtlichen Schritt kann die Regierung privates Land enteignen, wenn sie es für eine öffentliche Nutzung verwendet und die Eigentümer entsprechend entschädigt. Das Ministerium setzte eine Summe von umgerechnet gut 150.000 Euro an. Die Regierung will dort Straßen, Zäune und Überwachungsanlagen bauen und betreiben. Der Berg liegt in der Nähe der Großstadt El Paso und ist die einzige Gegend in der Region an der US-mexikanischen Grenze, wo es noch keinen Zaun gibt. Der ehemalige Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat schon Spenden für den Bau eines Zaunes gesammelt.
Beim Bau von Grenzzäunen und weiteren Anti-Einwanderungs-Bemühungen der US-Regierung gibt es immer wieder Auseinandersetzungen mit religiösen Gruppen. Die mennonitische Kirche klagte etwa gegen die Regierung, weil diese Einsatzkräfte auch in Kirchen schickte, um Menschen ohne Papiere zu finden. Beim Bau von Grenzanlagen kritisierten indigene Gruppen zuletzt, dass dabei heilige Stätten zerstört wurden, etwa indem der heilige Kuchamaa-Berg gesprengt wurde. (cph)
