Grenzbischöfe fordern Menschenwürde für Migranten von Trump-Regierung
Zwanzig katholische Bischöfe aus US-Grenzstaaten haben sich am Dienstag besorgt über diskutierte Reformen der Einwanderungskontrollen geäußert. In einem auf dem Internetportal des "Hope Border Institute" mit Sitz in El Paso (Texas) veröffentlichten Statement erklärten sie: "Wir erkennen zwar das Recht und die Pflicht einer souveränen Nation an, ihre Gesetze durchzusetzen, sind aber auch der Meinung, dass diese Gesetze in einer Weise aufrechterhalten werden sollten, die die gottgegebene Menschenwürde und die Rechte der menschlichen Person schützt."
Die Bischöfe kritisieren die aktuelle Praxis von beschleunigten Abschiebungen ohne ordnungsgemäße Gerichtsverfahren und die Masseninhaftierungen als nicht verfassungskonform – ebenso wie die Verweigerung des Rechts, an der Grenze einen Asylantrag zu stellen. Mit Verweis auf US-Recht fordern sie den Schutz besonders sensibler Orte, wie Gotteshäuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Erfahrungen aus der Seelsorge zeigten, dass Gemeindemitglieder aus Angst vor der Einwanderungsbehörde der Kirche fernblieben. Ähnliches sei in Schulen und Krankenhäusern zu beobachten, so die Unterzeichner.
Die Bischöfe der Grenzstaaten wollen der Politik mit ihrem Statement Empfehlungen mitgeben, wie eine Reform der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze so umgesetzt werden könne, dass die Menschenrechte von Einwanderern und ihren Familien geschützt werden. Sie erklärten sich zur Zusammenarbeit bereit, deren Ziel es sei, ein Einwanderungssystem zu schaffen, das die öffentliche Sicherheit gewährleiste, Menschenrechte schütze, Wirtschaftswachstum und Gerechtigkeit fördere und "unser Erbe als Nation von Einwanderern bewahrt".
Staatsbürgerschaft für Migranten
Die Bischöfe treten dafür ein, dass gesetzestreue Einwanderer eine Chance zum Erwerb einer US-Staatsbürgerschaft erhalten sollten: "Daher sind wir der Meinung, dass Einwanderer und ihre Familien, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, nicht abgeschoben werden sollten." Außerdem sei auf die Trennung von Familien zu verzichten, weil die Trennung Kindern "unnötigen emotionalen Schaden zufügen" und ihre Entwicklung beeinträchtigen könne.
Ergänzend sollten Kongress und Regierung nach Meinung der Bischöfe Wiedereingliederungsprogramme für Abgeschobene finanzieren. "Schließlich fordern wir die US-Regierung auf, die Ursachen der irregulären Migration – fehlende wirtschaftliche Entwicklung, Klimaverschlechterung sowie Konflikte und Unsicherheit in den Herkunftsländern – zu bekämpfen und in Reintegrationsprogramme zu investieren, um sicherzustellen, dass die Einwanderer sicher und menschlich in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren und sich und ihre Familien in Würde ernähren können." (KNA)
